Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Marcus Herz
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 9)
- Language
- German
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Aber freilich nur auf kurze Zeit. Die Folgen pflegen alsdann gewöhnlich durch ihre Wichtigkeit das zu ersetzen, was man an der Dauer erspart. — Ich war ein ganzes Vierteljahr vorher mit der Ausarbeitung meines Collegii beschäftigt. Ich fing an zu lesen, und der ganz unerwartete Beifall von einer Menge Zuhörer aller Stande ver« größerte mit jeder Vorlesung meine Arbeitslust, und die Anstrengung meiner Kräfte. Ich brachte die Stunden, die mir meine praktischen Geschäfte ließen, ununterbrochen bald mit Vorbereitung zur nächsten Vorlesung zu, bald mit Vorarbeiten der künftigen. Zugleich verfaßte ich ein Compendium zum Druck für meine Zuhörer, das ausgearbeitet, corrigirt, durchgesehn und wieder corrigirt scyn mußte. Dazu kam, daß gerade meine praktischen Geschäfte sehr häufig und interessant waren, und mein Schwie« gervater wahrend acht Wochen wegen eines Stoßes am Fuß die Stube hüten mußte, ich also auch den größten Theil seiner Geschäfte mit zu versehen hatte. Dreißig Krankenbesuche täglich, ohne das Lazareth, das eben so« viel Kranke enthielt, war das Gewöhnliche; meine Muße war zu geringe, und ich mußte die frühen Morgen - und ganz wider meine Gewohnheit die spätesten Abendstunden mit zu Hülfe nehmen. Meine Arbeit schien zu gedeihen, nnd so ward ich von Pflicht und Eitelkeit gespornt, meine Nerven allmülich geschwächt, meine Verdauungskräste übet den Haufen geworfen, ohne daß ich auf alles dieses merkte, bis das Maafi zu voll ward, «m nicht bei der mindesten Gelegenheit überzulaufen." — Nun trat die Krankheit mit Heftigkeit ein, verbunden mit anhaltendem Jrredenke» und Jrreredrn. Man hatte ihm sein Krankenlager nicht