Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Marcus Herz
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 7)
- Language
- German
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83 Ganze der Philosophie. Er las mit einem unbeschreibkichrrr Deifalle, wozu auch wohl der Umstand beitrug, daß man bei ihm, einem ausgezeichneten Schüler Kant's, das Sy« siem dieses berühmten Denkers zu hören meinte, welcheum ftne Zeit anfing, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen; aber schon zu einer Zeit (!777), wo Kant selbst noch an den Materialien zu seinem Gebäude sam« melke, trug Herz die Philosophie vor, und der Beifall» den er erhielt, kam also nicht bloß auf die Rechnung, daß er Kants Zuhörer gewesen war. Wirklich ging er auch in diesen Vorträgen seinen eignen Gang; bei aller Vcreh« rnng für seinen unsterblichen Lehrer war er kein Kantia« ner, und wurde es auch nie. Es war die Klarheit und das Interesse, mit welchem er die Philosophie vortrug, wodurch so viele ausgezeichnete Männer, der Staatsminister Zedlitz und vielt andere, die gegenwärtig angesehene Staats. Aemter bekleiden, in seinem Auditorium versam« melt wurden. Die Neuheit der Sache, und die Erschei« nung, daß der Chef des geistlichen Departements bei eine« Juden als Zuhörer einging, zog natürlich eine Menge Neugierige herbei, und so hatten diese Vorlesungen einen glanzenden Fortgang. — Aufgemunterr durch diesen Er« folg, hielt Herz dann auch für solche, die sich zu Aerzten bilden wollten, Vorlesungen über die medicinischrn Wissenschäften, für welche er!782 einen Grundriß drucken ließ, denen dann späterhin seine trefflichen Vorträge über Ep perimcntalphysik folgten. Die Anstrengungen, einer so vielseitigen Wirksamkeit Genüge zu thnn, zog dem beschäftigten Mann um das