Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1811)
- Article
- Einige Gedanken über den Werth und die Bestimmung des Weibes und die Nothwendigkeit, es für solche zu erziehen, zu bilden
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 6)
- Language
- German
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44 des Weibes! Don der Mutter hängt zuerst das künftige Wohl und Wehe der Kinder ab. Die Mutter ist es, die den ersten Keim der Tugend und Untugend ausspähen, entdecken, jenen sorgsam pflegen, und diesen sogleich im Entstcben ersticken muß. Sie selbst muß tugendhaft seyn, die Tugend und Lasterkeime zu entdecken, zu erkennen, zu unterscheiden wissen. Wie kann, wie soll sie beides, wenn sie diese Erkcnntniß nicht in früher Jugend, aus den Lehren erfahrner, die Menschen -Seelrnkunde, die Erforschung der Neigungen und Leidenschaften der Menschen, deren Richtung und Folge sich zum Geschäfte machenden Eltern, feyen dieß natürliche Eltern oder deren Stellvertreter, geschöpft hat! Auch in Hinsicht dieser, in der Thal höchsten Bestimmung des Weibes, muß die Kunst der Natur die Hand bieten, was die Natur gab, für den hohen Zweck benutzen, ausbilden, — kurz die wahrhaft ehrwürdige Mutter wird nicht geboren, sondern von frühester Jugend an erzogen. Kinder gebären, und solche in dem Wahne, daß Wohlhabenheit, glänzende Vcrmögensumstande des Hauses ihr künftiges Glück bereiten, ihrem Schicksale zu über« lassen, heißt nicht Mutter seyn. Dieser Beruf legt die heilige Pflicht auf, die Kinder z» wahrhaft glücklichen, nicht von Kapitalien und Grundstücken abhängenden Menschen zu erziehen, und wenn sie entweder selbst nicht dazu geschickt sind, oder Lage» Verhältnisse sie daran hindern, für deren Erziehung und Bildung auf die ihnen sich eröffnenden Wege frühe und unermüdete Sorge zu tragen.