Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1811)
- Article
- Einige Gedanken über den Werth und die Bestimmung des Weibes und die Nothwendigkeit, es für solche zu erziehen, zu bilden
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 4)
- Language
- German
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42 lung ihrer Wünsche, durch mütterliche Sorge für die zweckförderliche edle Bildung und Erziehung ihrer Tochter bedacht seyn. Der Geist des Mädchens erwacht zeitiger; früher entwickelt sich sein Verstand, rascher eilt es den! Stande der Jungfrau zu, als der Knabe dem des Jünglings, und aus diesem Stande bedarf es nur einen Schritt, um zur Hauptbestimmung des weiblichen Geschlechtes überzugehen., wenn der Jüngling noch manche mühvolle Pfade, um zum nächsten Ziele seiner Bestimmung zu gelangen, zu durchwandern, manche zögernde Seitenwege einzuschlagen hat. Das wahre Seyn und Leben des Weibes nach der von der Natur ihm angewiesenen Bestimmung, nach dem ihm vorgezeichneten Wirkungskreise, theilt sich in zwei Hauptperiodcn, in die Periode der Gattin und dir der Mutter; beides die höchsten, erhabensten mit unbeschreib« lichem Glücke lohnenden Besiimmungen, der erste, der Hauptzweck des Daseyns des Weibes. — Gattin, Mutter zu seyn, im ganzen Umfange cs zu seyn! Weit auSgebreitct ist dieser Umfang. Verstand, Herz, alles, was das sittliche Leben des Menschen in Bewegung, in Thätigkeit setzt, müssen vereint dahinsireben, dahinwirken, das Weib geschickt zu machen, der hohen Bestimmung zu genügen, es des edelsten und vollsten Genusses, der in beiden Verhältnissen von der Natur ihr zugedacht ist, fähig, einpfänglich zu machen, es zur Ausübung der aus diesen Ver- Haltnissen entspringenden Pflichten zu erwecken, zu stärken und in unrrmüdeter Thatigkeit zu erhalcen.