Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1811)
- Article
- Einige Gedanken über den Werth und die Bestimmung des Weibes und die Nothwendigkeit, es für solche zu erziehen, zu bilden
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2304627-2304628-2304630-10858299-2305640--02946-2305850- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
41 «bellen Europäer! Würde man jene neben diesem gestellt wirklich für Menschen zu halten, geneigt ftyn? So wie mehrere Gegenstände im Reiche der Natur, muß auch der Mensch erst ausgcbildet werden, wenn er den Rang behaupten will, der ihm vom Schöpfer bestimmt worden und angewiesen ist. Soll das weibliche Geschlecht in der That den Namen des schönen behaupten, so kann es im Beginnen des Vcrständigwerdens, nicht sich selbst überlassen, nicht dem allgemeinen Gange des Menschenlebens der größten Klasse, dem Schicksale, dem Zufalle übergeben werden, sonder» eine dem menschlichen Verstände, dem menschlichen Geiste die höchste Ehre bringende Kunst, die Erzichungskunst muß der Natur die Hand bieten, um auszuführen, zu vollenden, was diese angrfangen, begonnen, wozu sie Zähigkeiten und Kräfte in den Menschen gelegt hat. Das erste namhafte Vcrhältniß, in welches das Mädchcn tritt, ist das der Tochter. Ein süßes Verhältniß, der Anfang einer so schönen Periode ihres Lebens, die Blnthenzeit. Die Zeit der ersten allmähligen Entfaltung der Früchte verheißenden Blüthcnknospe, und hier, wo nicht früher, tritt der Zeitpunkt ein, wo die Sorge für jene Entwickelung der Naturgaben, Fähigkeiten und Talente, für glückliche Richtung und Leitung der Neigungen beginnen muß, wo dem sorgsamen Vater, der zärtlich liebenden Mutter die reizendsten Aussichten sich öffnen, Freude und Ehre an ihrer Tochter zu erleben. Sie wird in die׳ sem, beinahe für das ganze künftige Schicksal ihrer Toch׳ ter entscheidenden Zeitpunkt treu und thätig auf die Erfül-