Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1811)
- Article
- Ideen über religiöse Erziehung und Religionsunterricht
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 13)
- Language
- German
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Gottheit. Und eine allgemein gewordene philosophischere Denkungsart sollte dahin zurückfuhren können? Nimmer« mehr! Wenn nur Philosophen und Theologen sich mehr vereinigen wollten. Es ist nämlich offenbar, daß wenn, nach der respek« tiven Meinung der verschiedenen Religivnsbekenner, Gott ihre Religion direkt eingesetzt hat, er die Einsetzung und Verbreitung der andern wenigstens zugelassen habe, da sie doch ohne ihn nicht zu Stande kommen könnte. Ja daß vieler, ich möchte fast sagen aller Völker Religionen, so entfernt sie auch von objektiver Wahrheit seyn mögen, doch subjektiv - wahr sind, insofern dieselbe nämlich tiefere Vernunftschlüffe nicht fassen können. So erkennt Montesquieu die mahomcdanische Rcli« gion für die beste, deren z. B. die Türken fähig scyen. Sollte es also den Grundsätzen der Philosophie und denen unserer Religion (die doch nach der Lehre unserer Theologen bloß ein Erbtheil des Hauses Jakob ist) zuwider seyn, wenn man auch andere Religionen, als von Gott wenigstens indirekt eingesetzt (zugelassen) betrachtete, und so die ganze Macht der Jntoleran; mir einemmale zerstörte, ohne der Religion im Min« besten z» nahe zu treten. Denn nichts kann das Reich dieser letzteren mehr begründen, als zener heilige Schauer, welcher den wahrhaft Religiösen bei jeder Art des Gvttcsdienstes, er sey in einer Synagoge, Kirche oder Moschee, überfällt. Nur in Formen unterschieden, ist ja doch jeder äußere Ausdruck des innern seligen Gefühles,