Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1811)
- Article
- Ideen über religiöse Erziehung und Religionsunterricht
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 11)
- Language
- German
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29 man ihrer Ungewöhnlichkeit wegen Wunder nennt, w.i■■ geachtet der regelmäßige, ordnungsvolle Gang des Uni» versums ein weit größeres, weit einleuchtenderes ist *). Dem erwachsenen Religionsbekenner sind also dieselben als kindlicher Glaube an eine sich zuweilen unmittelbar au» ßernde Vorsehung höchst schätzbar. Wie in aller Welt aber soll das zarte Gehirn des Kindes diese feinen Distinctioncn zu fassen im Stande seyn. Ihm ist dieser Glaube nicht der an den Wunderbaren, sondern der an das Wun» dcrbare und Unnatürliche, der ihm, weil er seine Phantasie so sehr anspricht, zwar willkommen ist, aber noch» wendig jetzt in lächerlichen Aberglauben, und dereinst in frivolen Spott ausarten muß. — Man verspare also dieses immerhin auf reifere Jahre, erzähle ihm die Ge» schichte der Erlösung Israels aus Aegypten, der Gefetzge» bung, welche selbst ohne Wunder durch die Jahrtausende hindurch bewährte innere Haltbarkeit derselben genug für sich selbst zeugt, und mache ihn mit den jüdischen Gesetzen und Gebrauchen (von denen ja ein großer Theil durch ob» jektive Gründe erläutert werden kann) theilweise bekannt. — Aber auch hier mehr Lehren als Dogmen, md mehr Beispiele als Lehren! Nicht Seneca aber Cato, nicht Sa» lomo aber Moses entflammet zu großen, edelmüthigen und herzerhebenden Handlungen! — So werde — wie ehemals bei den Perser» — die Tugend durch die Tugen» de>», das Gute durch die Guten erweckt, genährt und erho» *) Auch der Talmud drückt diese» durch die Worte aus: כמה גרוע אדם זה, שנעשה לו נם כזה•