Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1811)
- Article
- Ideen über religiöse Erziehung und Religionsunterricht
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 10)
- Language
- German
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28 mir wie in der silberhellen Flnth, alles was in deren Nähe befindlich, sondern es zeigt sich auch, ungleich die» ser weniger auf der Oberfläche als im Innern. Wenn also das Erkennen Gottes durch die Vernunft geschehen niusi, so muß die Erkenntniß Gottes durch die Empfindung geschehen. ״Ein hohes Unglück, ein hohes Glück — sagt Jean Paul sehr schön — eine große Ucbelthat, eine Edelthat sind Baustätten einer wandernden Kinderkirche." Co sey das Daseyn Gottes sein erster Gedanke — bis jetzt war er nur der Anschauung fähig — Gottes Güte sein erstes Gefühl. Denn nur die Uebereinstimmung der Vernunft und des Herzens wird ihn gleich weit von finsterem Aberglauben und von lauer Gleichgültigkeit ent« fernen. — Co weit dürfte nun — wenn ich anders nicht irre — die religiöse Erziehung der verschiednen Rcligionsbekenner gleichen Schritt halten: aber nun müssen sie frei»!ich von einander abwcichen. Denn es giebt nur einen Glauben, aber verschiedne Religionen. Doch auch hier sey die Erziehung eine Kirche, welche den wah« reu Weg zur Religion einlcite und frstsetze! — Nicht ein wesentlicher, aber doch ein Theil der positi» ven Religion ist nämlich der Glaube an Wunder, d. i. nicht an Wunder als Beweisgründen der Lehre; denn dicß verneint die Bibel ausdrücklich (5. B. M. 1;, 1 — 8), wohl aber als augenblickliche außerordentliche Mittel, de» reu sich die ewige Weisheit zuweilen bediente, und die