Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1811)
- Article
- Ideen über religiöse Erziehung und Religionsunterricht
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 9)
- Language
- German
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tungen über Religion, jedoch immer mit Muffe — ihren Anfang nehmen. Und hier ist es vorzüglich, wo die Privat-Erziehung einen bedeutenden Vorzug vor der Ecbulcrzichung bchanp« tet. Denn in Schulen ist es nun einmal uimmgangllch nochwendig, für Alles regelmäßige Stunden zu besinn« men, so daß der Knabe ganz genau weiß, in dieser und jener Stunde lerne er von Gott und der menschlichen Seele, und in dieser und jener vom Jupiter, dem Tarta« rus und Phlcgton. Freilich gebraucht man die Vorsicht, bei diesen letzteren hinzuzufügen: das sind nur Mythen! aber wenn man doch nur bedachte, wie viel Eindrücke unsere Definitionen und Einschränkungen auf den Geist deS Kleinen machen, für den sogar die Mythologie, eben weil sie nur die untern Ecclenkräfte in Anspruch nimmt, weit mehr Reiz hat als die Wahrheit! — Und was ist natürlicher als daß durch diese Methode der wahrhaft - religiöse Sinn, der doch tief im Innern des Menschen liegt, zur Wissenschaft herabgewürdigt wird, deren man hauptsächlich beim Examen bedarf. Und der innere Imperativ, der uns zum Glauben drängt, im Glauben erhält, wird erstickt unter dem Echulwuste, und verweht mit dem Echulsiaube! — Wider alles dieses, glaube ich, giebt es nur ein Mit« kel, das Mittel, welches schon der Psalmist den Volks« lehrcrn empfahl: ihr Glaube liege im Herzen und nicht auf der Zunge! Denn in den Kinderfeelen spiegelt sich nicht