Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1811)
- Article
- Ideen über religiöse Erziehung und Religionsunterricht
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2304627-2304628-2304630-10858299-2305637--02926-2305835- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
26 oder dieser noch nicht reif zu einer so großen Belehrung seyn: denn nicht durch das verhallende Wort, nur durch das tiefste innerste Gefühl kann die Gottheit erkannt wer» den. - Aber wahrlich eine so wichtige Fragt von einem Lehrer, der nicht gewohnt ist, in's Blaue des Himmels hinein zu fragen und zu deraisonniren, an einen Zögling, der stets jeden Gegenstand von allen Seiten zu untersuchen angehaltcn ist — ich müßte mich sehr irren, wenn diese ihre Wirkung verfehlte. Wahrscheinlich wird er also die« selbe nach einigen Tagen — denn so lange muß man ihm Zeit zum Nachsinncn lassen — an den Lehrer zurückgeben. Mein Sohn — könnte ihm dieser allenfalls antworten — du weißt, daß deine Mutter mit der herzlichsten Güte, mit der innigsten Liebe dich nährt und erhalt; aber es giebt ein Wesen weit mächtiger, weit gütiger noch als sie, dieses Wesen ist — der Schöpfer und Erhalter aller Dinge, die ew'gc Güte selbst, es ist — o hüte dich an seinen heiligen Namen anders als mit der höchsten Ehrfurcht zu denken — Gott. Dann ein kurzes aber herzliches Gebet an den Vater des Alls, das der Knabe gewiß von gan« zem Herzen mitbcten wird, es ist das erste in seinem Le« den! — es müßte seltsam zugchn, wenn dieses nicht eine dauernde, eine aufs ganze Leben bleibende Wirkung her« vorbrachte. Es wird mächtiger wirken als auf das Kind, weil dieses noch gar keines Gefühles, dauernder als auf den Jüngling, weil dieser schon zu vielen entgegengesetzten Empfindungen und Leidenschaften fähig ist, weil ferner bei diesem der Cursus der Wahrheiten gewissermaßen schon geschlossen ist. — Und nnn können die nähern Unterhal«