Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1811)
- Article
- Ideen über religiöse Erziehung und Religionsunterricht
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 7)
- Language
- German
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dir erhabenen Lehren der Religion zu fühlen, zu würdigen und zu befolgen. — Nach der natürlichen Stufenfolge der menschlichen Fähigkeiten, ist der Mensch inseinen früh, sten Jahren nur der Sinnlichkeit, dann des Gefühles, hierauf des Verstandes, und dann der Vernunft fähig. Das Reich der ersten schrankt sich nur auf Wirkungen (äußere Eindrücke) ein, das Gefühl ahndet, der Verstand beweist, und die Vernunft erweist deren höchste Ursache, das Urwesen (vermöge der Causalität). Also so bald das Reich der Empfindung anfängt, sobald spricht bereits eine höhere Macht uns an — wenn dieses in der Seele eingegrabne Gefühl nur gehörig erweckt wird. — Ich sage erweckt; denn einzwängen und cinnisten läßt sich nun einmal durchaus nichts ohne Nachthril der Individualität. — Und wie das? Auf einem Spaziergang«, während dessen der Lehrer den Zögling etwa mit dem Wechsel der verschiedenen Iah« reszeiten, ,der Entstehung und Wirkung des Regens be« kannt machte, die Einthcilung der Blumen in Staubwege und Staubfäden (was unter diesem Namen wohl angehea dürfte) — nicht docirt, sondern zeigt, frägt er diesen mit jener Simplicität, welche den Erzieher vom Pedanten unterscheidet: aber wer mag dieß alles wohl so heilsam eingerichtet haben? oder während er ihn auf die Sonne, den Mond, die Sterne aufmerksam machte: sag' mir doch, wer hat diese geschaffen? und — bricht hiermit das Gespräch ab. Macht diese Frage den Knaben nicht aufmerksam, so muß sie entweder sehr ungeschickt vorgebracht,