Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1811)
- Article
- Kassel [Nachricht]
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nur auf die Wichtigkeit und den Werth dieser Pflichten kann ich dich Hinweisen. Es ist ein weites Feld von Pflichten, was hier vor dir liegt, was zwar unter die mühsamsten, aber nach übcrstandener Mühe auch zu den belohnendstcn gehört. Einst, wenn du durch mütterliche Pflege und treue Sorge der Kinder Her; an dich gezogen, die schlunimcrndcn Kräfte ihres Geistes geweckt, den lauern Sinn für das, was gut und recht ist, gebildet, durch Beispiel und Leitung sie auf den Weg der Unschuld und Unverdorbenhcit, der Tugend und Frömmigkeit ge. führt haben wirst; o dann wird des Kindes Anhänglichkeit an dich ein Lohn seyn, der dich eben so sehr beseligen wird, als uns, deine Eltern, dein gegenwärtiges Glück." „Und nun auch Ihnen ein Paar Worte, mein theuer« ster Schwiegersohn. Ich übergebe Ihnen in diesem Augcnblickc als zärtlicher Vater, eins von den größten Kleinodien, die ich besitze, meine Tochter. Unschuld in jedem nennbaren Laster ist der größte Brautschatz, den sie Ihnen mitbringt. Ich hoffe, daß Sie sie nicht allein in diesem gutgearteten Sinne erhalten, sondern sic in ihrer geistigen wie in ihrer sittlichen Bildung noch zu weitern Fortschritten anleiten werden. Durch ein reiferes Alter zu einer größeren Weltcrfahrenhcit angeführt, werden Sie jugendliche Ucbcreilungen durch Eanftmueh und bescheidene Liebe zurechtwcisen; Sie werden die Liebe, welche Sie vermocht hat, meine Tochter zu Ihrer Gattin zu wählen, auch zu erhalten, durch Treue zu bewahren und immer fester zu knüpfen suchen; und dieser selige Erfolg wird desto minder ausblciben, wenn nicht bloß Sinnlichkeit,