Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1811)
- Article
- Kassel [Nachricht]
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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I? fern nicht wenigstens zuweilen rinige Ursache zur Unzufriedenheit gäben; aber weit entfernt, dir darüber Vorwürfe zu machen, will ich vielmehr alles, was du etwa von dieser Art gerhan hast, für vergeben und vergessen crklä» ren. Mit ruhigem, unbelasteten Gewissen kannst du also in deine neue Laufbahn eintreten, in diese Laufbahn, wo Versprechen und freier Wille auf ewig Her; an Her; knüpfen sollen; aber nicht mir rauschender Fröhlichkeit der gedankenlosen Jugend, nicht mit jenem flatterhaften Leichtsinne derer, welche nur fühlen und genießen, aber nicht denken und überlegen; sondern mit einer, ron Ernst und Rührung gemilderten, stillern Freude. Denn die Sache selbst ist ja des höchsten Ernstes wohl werth. Ein Bund aufs ganze Leben! Der gemeinschaftliche Eintritt in eine Periode, in welcher jeder seine zu des andern Sache, und des 'andern Sacht zu der seinen machen soll! Die scherzende, lachende Freude stiftet solche Bündnisse für die Ewigkeit nicht; das kann nur die ernste, bedachtsame Liebe." „Denn wenn du die Pflichten überschauest, die deiner hier warten: es sind große, wichtige Verbindlichkeiten. Was du bis jetzt zu erfüllen hattest, waren nur leichte, unschuldig-frohe, kleinere, mit keiner hohen Rechenschaft verbundene Pflichten. Dein Leben war ein spielender Bach, der, plätschernd mit seinen kleinen Wellen, un^hindert und murhwillig in seinem Kieselbettchen dahinfloß. Aber jetzt schwillt das Bächlein zu einem Strome; sein leichtes Wellenspiel wechselt mir einer großen Bestimmung. Mühlenräder soll es jetzt treiben, Frachtschiffe tragen, den