Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1811)
- Article
- Kassel [Nachricht]
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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12 «Ich wende mich zuerst an dick» meine Tochter» alS diejenige, die den Vater zunächst angcht. Ich darf de« hauxrcn» daß die Pflichten, welche den Eltern gegen ihre Kinder obliegen, im vollsten Sinne des Worts von mir und deiner Mutter erfüllt sind. Mit dem ersten Augenblicke, in welchem du das Licht der Welt sähest, haben wir dich mit einer Wachsamkeit, mit einer zärtlichen Zur» sorge erzogen» welche deinen Körper vor Schaden, deine Gesundheit vor zerstörenden Krankheiten bewahret, und deiner physischen Entwickelung feine Hindernisse in den Weg gelegt har. Aber noch weniger vcrnachlaßigrcn wir deinen Geist. Sowohl durch Lehren, welche den Samen der Tugend und der Religiosität in dein Her; gestrcuct haben, als durch unser eigenes Beispiel haben wir dich zur Sittlichkeit anzuführen gesucht. Nicht bloß in den unentbehrlichen weiblichen Kenntnissen, sondern auch in denen» welche deinem Eeschlechte zur Zierde und zur Verschönerung dcS Lebens gereichen, haben wir nickt kärglich für dich gesorgt. Auch in der Wahl deines künftigen Gatten, den du längere Zeit kennen zu lernen Gelegenheit haltest» haben wir deinen Wünschen entsprochen. Was -wir jetzt» an diesem wichtigen Abschnitte deines LcbcnS, für diese Mühe von dir verlangen» ist nichts» als der einzige Dank» den Kinder ihren Eltern zu geben vermö« gen: ein Betragen, welches der Welt sagt, diese Eltern haben gurr Kinder erzogen, sie haben dem Staate nützliche Bürger geliefert. Nur dieses» und zugleich dir Zuftiedmhcit, daö Glück ihrer Kinder ist der beste Lohn für redliche Eltern. Zwar, werden sich selbst die besten Kinder in ihren frühem Jahren nie so bcttagen, daß sie den El-