Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1810)
- Article
- Über die Erziehung des Menschen zur Religion
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 347 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2304627-2304628-2304629-10858268-2305021--02758-2305497- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
547 -spricht. Stufenweise haben wir chn geleitet .bnrch die Perioden der Sinnlichkeit und Verständigkeit, den Weg zur Humanität durch seine Gefühle geebnet und feilten Verstand durch intensiven Unterricht geweckt und gebildet; aber noch ist daS große Ziel'nicht erreicht, den Zögling für die Idee der M e n fch h e i t zu bilden. Die Dcrnunftkraft ist jetzt in der Periode ihrer Entwickelung, und unser Streben muß dahin gerichtet scyn, die Harmonie der Freiheit mit der Vernunft zu bewirken, weil hierauf der sittliche und unbedingte Werth des -Menschen beruhet. In sein: Begriffe muß mehr Einheit und Gründlichkeit, und in seine Gefühle mehr Klarheit und Vest-rnmlheik gebracht werden, damit er im göttlichen Reich der Wahrheit und Tugend sicher seinem Ziele entgegen strebt. Die Vernunft immer mehr vervollkommnend suche man ihn für daS Ideal menschlicher Dortrefflichkcit zu begeistern und feinen Willen so zu leiten und zu bestimmen, daß cr einst zu einem Charakter reift, der sich durch Selbstständigkeit und Festigkeit gnszeichnet; aber doch willig der Nothwendigkeit des Schicksals sich unterwerfe. — Die pcfuiv'C Religion werde ihm nun zusammenhängend und gründlich, mit allen ihre» Aeußcrlichkcitcn und charakteristischen Eigenheiten vorgetragen, daß er das Wesentliche derselben von dem Unwesentlichen, den iuncrn Geist von der äußern Hülle unterscheiden Icrne, und cr werde »ach und nach auch mit ihren höhern Wahrheiten bekannt gemacht. Del dieser esoterischen Einweihung in die Religion haben wir gewiß keine Erschlaffung des religiöse,! Sinnes zu befürc,> tt»j denn in seinem Innern tragt unser Zögling die Welt der Freiheit und Lugend, und diese wird ihm eine schützende