Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1810)
- Article
- Über die Erziehung des Menschen zur Religion
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 346 (sequence 13)
- Language
- German
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den bisher gebildeten Sinn fürs Schöne und Große in Narur und Kunst genau berührt. Welchen rührenden Eindruck muß nicht der fromme, musterhafte Lebenswandel t er Patriarchen und anderer Tugendheldc» der Vorzeit auf das ostend Gemüth des Zöglings machen! Kindlicher Glaube und herzliche Liebe — Selbstaufopferung und nach Unsterblichkeit ringende Tugend — sind hier die schönsten Lapidar - Inschriften im Pantheon der Menschheit. Diese wahrhaft großen Muster werden den jungen Kampfer mit reinem Enthusiasmus erfüllen und zur Nacheiferung anfenern. Die Religion, die allmächtig jene Heroen begeisterte, wird ihm eine sanftlcitendc Freundin auf dem Pfade seines Lebens ftyn, eine Beschützerin der leidenden Unschuld, die den ewigen Glanz ihres Sternenhimmels in die dunkeln Nachre des Mißgeschicks fallen laßt, und ihre aufrichtigen Verehrer in den Tempel der Seligkeit fahrt. In den Stunden der Weihe wird er auf den Flügeln der Andacht zum Schöpfer aller Welten sich erheben, und durchdrungen von Liebe und Dankbarkeit, ihm das reinste Opfer der Anbetung bringen; er wird Gott und feine Bestimmung ehren, die Menschheit auch in seinem Feinde lieben und täglich seinen Vorsatz zur Ausübung des Guten crncucn. Dicß sind die ftgenrcichcn Früchte des Glaubens, die dem Menschen schon hienieden werden! Dicß die Schutzengel, di: ihm jenseits die Palmenkrone der Unsterblichkeit aufsctzm!— Der Zögling ist nun durch eine solche moralisch »religiöse Bildung in eine Sphäre gebracht, wo er auf frucht» barem Boden die schönsten Früchte für die Zukunft ver-