Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1810)
- Article
- Über die Erziehung des Menschen zur Religion
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 342 (sequence 9)
- Language
- German
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heit die noch zurückgebliebenen Souncusicckcn leicht austilgen und die Idee von dem Unendlichen rein und völlig überzeugend fassen.— Doch nehme man nicht zu spat den Verstand des Zöglings für die Religion in Anspruch/ damit ihr heiliges Feuer nicht in Schwärmerei aufiodere oder im Aberglauben unterdrückt werde; aber man hüte sich, sie dem Verstände allein zu u&crlu jjcrt. Vicht in bloßen Veruunsudeen und noch weniger in Formeln bestehet dasWesen der Religion; sie erfordert vielmehr/ wenn sie das höchste und edelste Gut dem Menschen werden soll, eüne har n: o u i sch e Entwickelung aller drei geistigen Vermögen,' eine Thatigkeit des Der staud e s u n d des Herzens, daß jener sie denke, dieses aber noch mehr sie fühle. Man lasse die Religion Her; und Geist beschäftigen, halte sie stets in ihrer Heiligkeit —und der Tempel der Wahrheit und Glückseligkeit wird sich glanzend aus dem Schutte des Dorurtheils emporheben. Ilm aber den Zögling schon früh an Gott den Alltt» i f fc n b e n und Allheiligen unzertrennlich an;nschließon, lasse man ihn in.seine innere Welt, in sich selbst blicken; er muß hier in der Stimme seines Eewissens die Stimme einer heiligen Gottheit hören, die unbestechlich .über den sittlichen Werth seiner Handlungen und Gesinnungen urtheiltt. Ein feyerlüber Ruf des inner» Menschen spricht: „Sohn der Natur, du bist ein Sohn der Pflicht'." — Ob auch die kebenebahn im Nebelmecr verschwimme, - Gesichert leitet ihn bas Wort der iunern Stimme.