Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1810)
- Article
- Über die Erziehung des Menschen zur Religion
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 341 (sequence 8)
- Language
- German
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34t man Wvhkhun, den Zögling recht, oft in der Bildcrbibrl der Natur lesen zu lassen. O, man erkenne cs doch, ruft ein einsichtsvoller Menschenfreund im heiligen Enthusiasmus aus, inan erkenne es doch, daß nichts mehr zu Gott führen kann, als die Natur: Man vergönne es der Jugend , daß f:e inniger als bisher an sic geknüpft werde, und ihr Auge und ihren Verstand schon allein durch reine und gelauterte Erkenntniß derselben, an den Glanz des hohem Lichtes, welches zuletzt auch ihr leuchtet, gewöhne! Nur der konnte Götzendiener werden in der Natur, der sie mit halbem oder uulantcrm Blicke betrachtete *). — Auf diese Weift werden die religiösen Gefühle des Zöglings veredelt, so reift in seinem Herzen der Glaube «n Gott und an dessen Wcltrcgicrung, daß er ihn , seinen himmlischen Vater, stets innig liebt, und durch die Liebe zu seinem Ncbenmenschcn sich ihm wohlgefällig zu machen sucht. Und mögen auch seine Degrisse von Gorr und dessen Handlungsweise noch so unvollkommen und kindlich styn, mag er immerhin sein Ideal der Gm? und Liebe mit irdischen Attributen schmücken: dieses wird der Reinheit und Innigkeit des religiösen Gefühls dennoch nicht schaden; denn sowohl im Ehautropsen als im Weltmeere ist die Sonn: sichtbar, obgleich dort kleiner als hier. Ucbcrdicß ist ja der kindliche hingehende Glaube, verbunden mit der herzlichsten Liebe, der wahre Charakter der Religion, und diese soll bei dem Kinde nur eine Religi on des Gefühls seyn. In den Jahren dcr Vernünftigkeit wird er auf dcr lichtvollem Bahn der Wahr» *) Mau •' :•••: Beitrüge zur Erzichungskunst,von Till ich uiw lOcf 3. Band.