Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1810)
- Article
- Über die Erziehung des Menschen zur Religion
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2304627-2304628-2304629-10858268-2305021--02751-2305490- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
vom Sinnlichen zum Uebersinnlt'chcn, und vom Endlichen zum unendlichen; erhebe ihn dann zur Quelle aller Liebe und Güte, zu Gort, dessenVatcrhuld alles trage und erhält, und freudig wird er die Idee vom Daseyn dieses großen Uncrschaffenen ergreifen, da sic sein unnennbares Sehnen und Streben befriedigt. Der Gedanke an Gorr und an sein Vcrhäluüß zu demselben wird ganz feine Seele beschäftigen; er wird ihm kindlich ergeben scyn, dem erkannten Urheber alles Guten, ihn bewundern, anderen und lieben. — So lehre man den jungen Weltbürger bcu ewigen Vater der Menschen M einen Gott der Liebe kennen, von dem alles Gute kommt , das wir genießen und dem wir dankbar gehorchen müssen. Die Ereignisse des Lebens, ein Glück oder Unglück, ein Ungcwimcr und ein heiterer Frühlingstag können uns als Mitte! dienen.- diese große Wahrheit dem Ecmürhe des Kindes emzuprag'cn. Besonders aber ln der freien Natur, in diesem heiligen Tempel der allgegenwärtigen Gottheit,-weihe man sein Her; durch, eine reine und gemüthliche Anschauung dem Allgütigcn; hier, wo ihm tausend Stimmen., d're Allmacht und Weisheit seines Schöpfers verkünden, und jedes Insekt und jede Blume eimBild der göttlichen Liebe und.Fürsorge, isi; wo der Anblick der Wohlthaten verbreitenden Sonne und die'vollkommenste Harmonie in der Schöpfung den tiefsten Eindruck auf ihn machen werden, hier wird der säM^i'G!aübe"än das Dascyn einer liebevollen, über alles waltenden und alles erhaltenden Gottheit in ihm zur lebendigen und ftlbstrharigen Uebcrrcugung werden. Eine solche religiöse Naturanfrcht wird kraftvoll und dauernd auf das Eemüth wirken — und gewiß wird