Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1810)
- Article
- Über die Erziehung des Menschen zur Religion
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 6)
- Language
- German
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liebt, den er sieht, wird er Gott Hebe::, den er nicht sicht? ■— Menschenliebe gehet immer ihrer jungem Schwester, der Liebe zu Gott, voran, und wo jene verbannt ist, da wird auch diese trauernd fliehen, und ihr allmächtig Feuer erlischt am Ruin der Menschheit. Daher flöße man dem Kinde stets eine reine und herzliche Licke zu seinen Neben» mcnschcn ein, daß es deren Wohl wie sein eignes befördere; gehe ihm aber selbst mit der Macht des Beispiels voran, und lasse leine Unsittliehkeit das Helligthum seiner Unschuld entweihen. Es hangt sehr oft bloß von den Erziehern ab, aus dein Zögling einen Schutz- und Lichtcngcl der Menschheit» oder einen Ho'llcngcist derselben za bilden, und da die Kinder ganz sie zur Norm Wahlen und nach ihrem Beispiele sich bilden, so müssen sie ihnen auch immer ein musterhaftes Vorbild scyn. ' Jetzt tritt der Unterricht schon in großem: Umfange ein : der Kreis der Erkenntnisse werde dem Zögling naturgemäß immer mehr erweitert;, man lehre ihn die Kräfte der Naturprodukte kennen, daß er zu den Wirkungen die Ursachen auffindc, zeige ihm, wie alles Gute von einer hohem Macht gespendet wird, und mache ihn auf den in ihm wohnenden Geist und auf die Vergänglichkeit dieser Welt aufmerksam, daß sic daher nicht-her einzige Schauplatz seines Lebens sinn kann, — undeine leise Ahndung des unsichtbaren Welturhebers und der Unsterblichkeit wird seine Seele zauberisch ergreifen, und sein Herz mit den Gefühlen einer hohem Wcltordnung erfüllen. Bei einer solchem geweihtten Stimmung der Gefühle leite man den Zögling vom Sichtbaren zum Unsichtbaren, Aas