Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1810)
- Article
- Über die Erziehung des Menschen zur Religion
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 337 (sequence 4)
- Language
- German
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- Schwach und hülstos erblickt das Kind die Morgcnsenne seines Lebens, von keinem wohlthatrgcn Instinkt ge- - leitet; cs bedarf der Hülfe Anderer, wenn es nicht, wie ' die Ephemere, schon im Entstehen dahin welken soll. Die ersten Wohlthatcn genießt cs von seiner Mutter, die es ernährt und pflegt und mit ihren Armen liebevoll umschließt; auf ihrem Sckooße entwickeln sich seine ersten Keime der Liebe, des Gehorsams und Vertrauens. Von der Natur selbst ist die Mutter sehr, weift zur Lcbensftütze des Kindes bestimmt, und nächst jener, in deren Bahn sie bleiben muß, fty sie die erste, die bildend und formend ,if)rc Hand an das Kind legt *). Sie ist anfangs sein .einziger Leitstern, ihre zärtliche Liebe das Pfropfreis, durch welches sich das Rcinmenschliche in seiner Brust entfaltet, *) La prcmicrc education , fugt R O U sse Ü U, estcell^, cjui imporlo Ic pius, et ccilc premierc education. apparlient incontestablerm-nt aux femraes. Es i'It besonders eine Haupridee Pe si a lozzi' s, die erste Bildung der Kinderfccle den Händen der Mütter anzuvertrauen : sie sollen ihren Säuglingen nicht nur für das - v b n f i f ch c' sondern aud) für das geistige Leben Nahrung darrcichcn. Eine große, herzerhebende Verstellung! Unstreitig würde das Wohl der ganzen Menschheit bedeutend, gewinnen, wenn diese Idee ganz realißrr werden könnte; aber obgleich c6 vielen Müttern (in concreto) aus Mangel an Fähigkeit und Zeit unmöglich ist, auch die Seele des Kindes zu-'bilden, so ist cs dennoch wahr, daß sehr viele Mütter, denen die nölbigcn Requisiten nicht fehlen, unverantwortlich die Geistesbildung ihrerLinder vernachlaßigen. — Doch kann auch nörhigenfalls der Vater, der Bruder, dic Schwester oder sonst eine fahiar Person bei,der frühem Bildung der Kmderftcle die Stelle der Mutter vertreten. S. Wie Gertrud ihre Kinder lchrr, von Pestalozzst III.^ahra. i. Tand. Aa