Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1810)
- Article
- Über die Erziehung des Menschen zur Religion
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 336 (sequence 3)
- Language
- German
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giori, einige Ideen;u äußern, und eine Auflösung der vouiegcudctt Frage zu versuchen. Religion, oder das unnennbare Streben nach dem 'Höchsten und Vollkommensten, ist nicht bloß eine Angelegenheit des Verstandes, sondern auch des Herzens, und beruhet auf dem veredelten und zweckmäßig gebildeten religiösen & t fit fj I c; ober dieses ©cfüf)[, das, von der Vernunft geleitet, in seiner Idealität den Menschen zu seiner höchsten Würde erhebt, ist nur die Frucht der sorgfältigen Anregung und Entwickelung des m o r a l i f ch c u G cfühl s *). Ohne Moralität giebts unmöglich eine Religion; denn diese ist nur das Erzeugnis' des lebendigen Dewußtscyns seines sittlichen Triebes und seiner Verhältnisse im Universum. Co bald das geistige Leben im Mcnscbcn sich :n regen anfänat. und' der iunae Erdbürgcr seine Umgebungen mit klarem Bcwußkseyn wahrnimmt, pflege und reinige man.daher den Boden des moralischen Gefühls, als den festen und sichern Grundstein des religiöse n, als das wahre Prinzip, von dein die Bildung zur Religion ausgehen muß, wenn sie im Herzen des Kindes feste B?urzel fasten, und bei reifem fahren ihn uneigennützig auf der Bahn der Pflicht erhalten soll. — Aus diesem Gesichtspunkte betrachtet, lasten Cie uns den Zögling von seiner Geburt an durch die ersten Lebenspcricdcn bis zur völligen Blüthmzeit aller Kräfte begleiten^ um ihn zu der wichtigen Rolle vorzubcreitcn, bi? er auf der Schaubühne des Lebens spielen soll. *) S. Ricmcycr'L Grundsätze der Erziehung. I. Thci'I.