Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 4 H. (1810)
- Article
- Die Höhle zu En-Gedi
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 3)
- Language
- German
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herab ihre Strahlen auf den rauchenden Erdkreis. Hei« tcr war die Luft und stille. Gefesselt ruhten selbst die schwärmenden Weste unter Dlumcn, oder unter verstumm« ten Zweigen geschwätziger Pappeln. Kein dvrübercilender Dagel schwärzte mit zweifelndem Flügel des Himmels Saphicr; kein flötender Laut gab Leben dem Schweigen, das dumpf und brütend ruhte über den aromatischen Fluren En-Gedi's. Aengstlich gedrängt, als fürchteten st: sich zu vcrrathcn dem lauschenden Sonnenstrahl, schmiegten die Vögel sich unter das dichteste Laub; und selbst der Hirte, des Tages Hitze gewohnt, lag ermattet tzingestreckL unter einem Basch, umlagert von feinen Schaafen und Ziegen. Horch! da rauscht' cs hinter einem Gesträuch, unter welchem eben ein friedlicher Hirtenknabe schlief, dev jetzt erschrocken aufsprang und floh. Hinter dem Gesträuch hervor trat David, an der Spitze seiner Getreuen. ״Laßt uns hier ausruhen, sprach er; wir sind ermattet, und es lechzet mein Gaumen nach einem Trünke kühlenden Wassers." Schnell machte sich auf Ahimacz, der leichtfüßige Jüngling, und floh nach einem Fclsenbeckcn, in welches eine Quelle von der Höhe stürzte, zu holen einen Labet! unk seinem Könige. , David, den als Knabe der Ewige sich ersehen aus der Cchaafl)ürde, und ihm verheißen den Thron Juda's; der als Hirte schon Wunder verrichtet, und bei seiner er« stcn Erscheinung auf dem Kampfgcftlde seinen Brüdern eröffnet die glänzendsten Hoffnungen; dessen Schwert sicher traf wie Chcrubims - Schwert, und seine Schleuder wie Gottes Blitze; vor dessen Arm sich beugte jede Macht, Q 2