Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1810)
- Article
- Erziehungs- und Schulwesen
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 16)
- Language
- German
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198 ans Licht zöge, und auseinander breitete, sagt ein genialer Erzieher, so würde er etwa so lauten: In der ersten- Stunde muß dem Kinde reine Maral gelesen werden, von nur oder dem Hofmeister — in der zweiten mehr unreine oder angewandte auf eignen Nutzen — in der dritten: Siehst du, daß cs dein Vater so macht? in der vierten: du bist noch klein; dieß aber schickt sich nur für Erwachsene — in der fünften: Die Hauptsache ist: daß du einmal in der Welt fettkommst und etwas wirst im Staate — in der sechsten: nicht das Zeitliche, sondern das Ewige, bestimmt die Würde des Menschen; — in der siebenten: Darum erdulde lieber Unrecht und liebe — in der achten: Wehre dich aber tapfer, wenn dich einer angreift — in der neunten: Tobe nicht so sehr, lieber Junge — in der zehnten: Ein Knabe muß nicht so still sitzen — in der elften : Du mußt deinen Eltern mehr folgen — in der zwölften? und dich selber crziehn. — So versteckt sich der Vater , fahrt Iran Paul fort, durch den Stunden - und Postwcchscl seiner Prinzipien die Unhalrbarkeit und Einseitigkeit derselben. Wir wollen dieß keineswegs auf alle Eltern anwendbar machen — Dank sey es dem Genius der Menschheit! cs giebt viele Hauser , und auchmeine Glaubcnsfrcunde zahlen deren viele, in welchen der reinste Takt in Ansehung der Erziehung und Bildung Statt findet. — Aber ein sehr großer Thci! wenigstens-würde sich in jenem Gemälde, wenn er aufrichtig scyn wollte, und sich etwa hier befände, gewiß getroffen fühlen.