Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1810)
- Article
- Erziehungs- und Schulwesen
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 12)
- Language
- German
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So luM'&crcifif kann dcr Heranwachsende Knabe den Blick in das AUerhciügstc der Religion wagen,, dessen Schwelle schon sein Fuß als Kind ohne Gefahr berühre!! darf. Sic, die Religion, setzt der völligen Bildung erst die Ctrahlcnkronc dcr Unsterblichkeit ans, und laßt sich ihren Anbetern williger finden, nachdem sie des Umgangs mit ihrer Zwillingsschwcsier, der Moral, gepflogen haben. Aber „was ist Religio ne" O konnte ich einem jeden antworten: Empfinde es' fühle cs im.inncrn Herzen; denn nicht durch Zeichen kann ich dir das nicht zu zeichnende, und nicht dllrch Namen das Unnennbare verkünden. Doch das Sichtbare soll nun cinmal an den Unsichtbaren, das Irdische an dm Uebcrirdischen, das Wort an den Unaussprechlichen erinnern — so fiy cs! Religion bedeutet uns den reinen kindlichen und herzlichen Glauben an einen alles erhaltenden Gott, dessen S e y n über Zeit und Ewigkeit hinausragt; sic bedeutet uns die heiligste, kindlichste Ehrfurcht und Liebe und Dankbarkeit und Vertrauen zu dem Sichtbaren-Unsichtbaren, den wir anbctend in dem Großen, so wie in dein Kleinsten, wirken und schaffen und leben sehen; sie bedeutet uns, einen unbedingten Gehorsam, nicht nur gegen Bstichtgeboke, sondern Gehorsam gegen alles dcr Menschbeir als heili g crschei, ucnde, Gehorsam gegen die Ereignisse der heiligen Natur, Gehorsam gegen das unbezwingliche Schicksal, das wir, mit vcrbundncn Augen, sehr oft blind zu schelten uns erkühnen. Endlich bedeutet sic uns, den innigen Glauben an ein zweites Universum, das da ansangt, wo das erste