Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1810)
- Article
- Erziehungs- und Schulwesen
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 10)
- Language
- German
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I<-2 . lich— ©fern micwuken, zum Tempel diesir Göttlich.'» sollen sie ihn leien, den jungen Weltbürger, und sic ihn beständig als di: Göltinn anbclcn lehren, die fcefn Ganzen und den T.heilen.Kraft und Würde giebt. — Jedoch würde man sich sehr irren, wenn man durch bloß moralische Lehren und Vorlesungen, über reine oder unreine Moral und Sitten diesen großen Zweck zu erreichen gedenkt. Worte verhallen und verfliegen oft, ehe sie noch den Weg zum Ohr, vielwcniger den weitern zum Herzen erreicht haben. Der Vater, die Mutter und alles was den.jungen Menschen unmittelbar umgiebt, muß eine lebendige, moralische Vorlesung für den Knaben und werdenden Jüngling ftyn. Sic selbst müssen die erleuchtende und durch ihr eignes Vorbild die erwärmende Sonne scyn, die dem ans alles merkenden Kinde ihr himmlisches Licht darbictet; ihre Handlungen wirken mehr, als alle gelehrte A b h a n d l u n g c n, und in ihrem eignen Wandel will sich der Sohn und die Tochter spiegeln, und die Thatcn ihrer Erzeuger sieht man sie, zwar nach einem v e r jungte n M a a ß si a b e, pünktlich nachahmen. Ja ihre T h a t c n stellen ihre Kinder in Miniatur-Gemälden auf, aber auch in Worten und Acußcrungcn wüsten Eltern sehr drhutsam scyn, wenn sie ihre Kinder, zu wirklich gebildeten, guten Menschen haben wollen. In ihrer Gegenwart sollte man nicht mit geschwaNiger Zunge die Mangel andrer herrechncn, man müßte ihnen denn daran zeigen-wollen, wie elend das Lasier macht; in ihrer Gegenwart sollte man sich durchaus seine zweideutige-Scherze und Worte erlauben, dir mehr