Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1810)
- Article
- Über die Personification in der hebräischen Poesie und das Ceremonialgesetz in der hebräischen Religion
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 4)
- Language
- German
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sondern bedarf der praktischen und moralischen Vorschrif- Lcn für den Menschen wie er ist * *), muß folglich affe menschliche Seeleukrafre in Anspruch nehmen, nicht nur den Verstand erleuchten und die Vernunft befriedigen, sondcrn auch der Empfindung Genüge leisten, und der Seele in lebendigen Bildern lebhaft darstellen, was sich dem kältcrn Verstände durch philosophische Soriten nur langsam und stufenweise entwickelt. — Aber ein wesentlicher Umstand scheint dem Volksglauben der Griechen selbst diese Eigenschaft zu rauben. — Ihre Religion ist nämlich auch der Phantasie nur Spiel, nicht Genuß. Wäre jeder ihrer Götter — Gottheit, hätten sie so in der Natur eine Mannigfaltigkeit bcs Göttlichen, eine Steigerung des Irdischen zum Ucberirdischcn, eine ins Unendliche greifende 5crrc des Schönen, Guten,. Vollkommenen und Wahren gcfthn , hatte die Natur unter ihrer Dichterhand sich, selbst um ihre Schwäche betrogen, den Raum des Endlichen zerrissen, und den Olymp in Rhccns Haus gebannt, wäre ihre Religion, wenn auch nicht philosophisch*, doch ästhcrisch-wahr gewesen, dann wäre sie freilich als Dcförderungsmittel der Moral wenigstens einseitig anzupreisen^^; . *) Der wesentlichste Zweck der Relegion ist — dünkt mich . — dem Egoismus aufs lebhafteste entgegenzuarbciren, und die Menschen durch ein neues Banteng und wahr zu verbinden, sie muß also für das, was die Moral uns lehrt, Las Her; zu entflammen verstehn. Ihre Basis ist also Empfindung, Verstand ihr Führer. — S. die vorige Anmerkung. *ד Es bedarf wohl keiner Erwähnung, daß hier nur der damahls unter dem Pöbel einqefüdrte PolytheiSmus zu verstehen ist, und der Verfasser es nie wagen