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Sulamith · 1810-01-01 · 1 Bd. 3 H. (1810) · p. Seite 164

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Journal
Sulamith
Volume
Dritter Jahrgang 1810-1811
Issue
1 Bd. 3 H. (1810)
Article
Über die Personification in der hebräischen Poesie und das Ceremonialgesetz in der hebräischen Religion
Date
1810-01-01
Page
Seite 164 (sequence 3)
Language
German
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betreffen, nicht völlig ohne Grund zu seyn. Denn dieser kann sich nicht bloß mit abstrakten Theorien beschäftigen, Schutz zu nehmen, es muß zugleich moralisch-nützlich' und praktisch-anwendbar fern; daher ist der Weise der Stoiker (insofern dieser große Charakter, der nur weni. gen besser organisirren Seelen eigen s-.nn kann, zum Ideal der National-Erziehung ausgestellt werden sel!) der spekulativen Philosophie ein sehr schützbarer, der Moral ein (zu diesem Gebrauche) v.rwersiichcr Begriff. Jene sicht nämlich in dieser Idee das über jedes Smel d-er Phantasie, über jede Illusion, über jede die kalte Ueberlegung täuschende Regung (sogar über das Mitleid) erhabene Vernunftwesen: diese erblickt in deren Ausführung die Unmöglichkeit, den großen Haufen der sublu'narischen, aus Verstand und Gefühl, Sinnlichkeit und Vernunft zusammengesetzten Menschen nach diesem Modelle umzuformen: sie sicht, wie dieser Begriff jene nicht leid^nschaftsftci, sondern gefühllos machen würde, ja daß dieser, seiner Beschaffenheit nach, so ganz uneigennützige Charakter, doch bei diesen nur Eigennutz unter der Hülle der Philosophie bilden würde. Leidenschaften, insofern man darunter jedes heftige, die ganze Seele füllende Verlangen versteht, sind jener, Tyrannen der Seele, welche sie ihrer ursprünglichen Freibe-t berauben, dieser zuweilen wirksame BefördcrungSmittel des Guten, ohne welche (wenigstens unter dem großen Hausen) selten ein großer Gedanke gefaßt, eine große Handlung vollendet wurde. Religion verhält sich also zur Philosophie nicht wie Mittel zum Zwecke, sondern wie Wirkung zur Ursache. Daher kann der Glaube durch diese gesichtet, Verb essert, reformirt, aber riiclvt gestiftet werden; daher hielten es die ersten Christen m.t Recht für Verkennung ihres Zweckes, wenn man sie Plnlesepden nannte, indes; eS die jetzigen Theologen mit Recht als ihren größten Ehrentitel betrachten: daher endlich muß ein Äriom gleich nützlich als wahr fern, wenn es auf eine Stelle im Codcr der Religion Anspruch machen will, da die letzte Eigenschaft allein es schon für die Philosophie qualisicirt.

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