Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1810)
- Article
- An Servatius
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 3)
- Language
- German
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Wenn alles Treffliche ihm -unterliegt? Wenn seinem rhrnen Tritt der Freundschaft Bluthcn, Der Liebe goldne Halme nicht entgehn? Wie manches edle Dündniß sahen lsir ' ( Das zarte Scclenharmonie gestiftet And Ewigkeit gekrönt zu haben schien) Von seiner harten Hand zermalmend lösen! Welch unsichtbare Macht hatt' es gewebt? Welch grausames Geschick zerriß, was uns Co fest, so unzertrennlich hat geschienen? Wer stieß den thcurcn aus der Liebe Busen? Wer trocknet an der Urneselbst, die des Geliebten Asch' umschiießt, des Mädchens Zähre? Die Zeit! S i e har die Ccligrn verbunden; Der Knoten weicht der Allgewalt der Stunden. Sie, die erhaben über Alles thront. Bei welcher Tod zugleich und Leben wohnt; Die leicht, wie sie es schenkt, das Glück entführt, Und selbst des Herzens Heiligthum berührt; Sic bringt Vernichtung jedem ird'schcn Wesen, Mit starker Macht, die keine Zauber lösen. Drum weg, o Freund, mit diesem Kindcrwahn, Der, ach! so oft getauscht, noch immer glaubt; . Und von der Hoffnung, mit der Zeit im Bunde, Sich ruhig lachclnd-gangelnckaßt' und stets Durch graust Gegenwart zur Zukunft eilt. 3m Leben nicht laß uns das Leben suchen. . Das Holde weilet jenseits aller Zeit; Und todr nur kannst du seinen Port erreichen.