Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1810)
- Article
- An Servatius
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 2)
- Language
- German
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§s sicht in dem bedeutungsvollen Grenzstein Dcr Zeit (den Sott als «ine große Mahnung An Wechsel und VergänglWcit gesetzt) Des ferneren Genusses Meilenzeiger — Und schiebt nach Außen stets den Dlik» dm es Bedachtsam in das Jnnre sollte werfen. Nicht ahnet cs des Schauspiels ernsten Sinn, In das so leicht es, und zerstreuet blickt: Unwissend, daß es selbst das Stück aufführe, . Das dieser tragisch, jener komisch spielt, Bis beider Roll' im Grübe schaudernd endet. Doch du , so zarten und so festen Sinnes; Dcr, wo der Große lächelnd nickt, zu weinen l—' Und bei des Großen kleiner Wichtigkeit Zu lächeln stets gewußt — o du, mein Freund: Mit der Betrachtung ruhiger Stille laß Den cw'gen Abschied uns des alten, und Den Antritt feyern dieses neuen Jahrs. In dichten Flor gehüllt, den leise kaum Die Ahndung lüftet, steht es vor uns — stumm — Und füllt mit Grausen die bewegte Brust. Die Kinder und die Thoren nur umstehn Es gaffend, was cs Neues werde bringen. Doch wir, die oft der Jahre gleiches Antlitz Und Stücken sahn, wir stehn verstummend da, Nur auf Erneuung alter Scenen rechnend. Was nwcht' es fremdes auch und neues dringen, Das freuen könnte den erfahrnen Sinn, Wenn es nicht Dauer mag den alren geben?