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Sulamith · 1845-01-01 · Heft 3 · p. Seite 264

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Journal
Sulamith
Volume
9 (1845-1848)
Issue
Heft 3
Date
1845-01-01
Page
Seite 264 (sequence 64)
Language
German
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IRI
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264 angefertigt und für dieses Heft bestimmt hatten, traten kürzlich die so Vieles erschütternden und verändernden großen Weltbegebenheiten ein und wir sind dadurch veranlaßt, unfern Aufsatz zurückzulegen, da fast jeden Lag ans verschiedenen Ländern Nachrichten über Veränderungen der Verhältnisse der Juden eintreffen, welche die Mittheilungen über die Angelegenheiten derselben, aus der Zeit vorher, zum Theil oder fast ganz überflüssig machen. Wir werden demnach dieses Mal die gedachte Uebersicht zugleich mit Beziehung ans das Neueste, nur in gedrängter Kürze mittheilen und behalten uns das Ausführliche für die künftigen Hefte vor. Zuvörderst einige Worte über die Verhältnisse der Juden in Preußen. Dort genießen dieselben bekanntlich seit dem Edikt vom 11 Wärz 1812 (man s. Sulamith 5. Jahrg. 1. Heft, S. 43) alle bürgerlichen Rechte , eben so wie die christlichen Bewohner. Seit 1813 sind aber mehr Juden in den neuen oder wieder eroberten Provinzen hinzugekommen, in denen die verschiedensten Judengesetze bisher beibehalten wurden, und es ward nun allerhöchsten Orts nothwendig befunden, eine „möglichst gleichmäßige Gesetzgebung" in Betreff der preußischen Juden herzustellen, und dem vereinigten Landtage „allgemeine Bestimmungen für alle Landestheile, mit Ausschluß des Großherzogthums Posen," *) vorzulegen. Der Erfolg ist" allge- *) Da die Juden im Posenschen in der größern Civilisation seit Jahren bedeutende Fortschritte gemacht und viele wissenschaftliche und zeitgemäß gebildete, Männer aufzuweisen haben, so fühlen sie, wie natürlich, diese ihre Hintansetzung um so mehr, als ihre polnischen Glaubensgenossen m Westpreußen und selbst in Masuren, die gleichen bürgerlichen Rechte mit^den Christen schon seit 1812 genießen. Sehr human und gründlich sprach u. a. insbesondere der würdige Posener Bürgerineister Herr NaumaUn für sie im vereinigten Landtage. Auch kam es dort zur Sprache, daß die preußisch-polnischen Juden In Ruffischpolen 2 Thlr. 15 Sgr. Geleitszoll und 30 Lhlr. Steuer für einen dortigen Jayresaufenthalt zahlen müßten, (russische Juden zahlen indeß in Westpreußen und Posen 2 Lhlr. 15 Sgr. Geleitszoll und 5 Lhlr. für einen Jahresaufenthalr, erhalten aber diese Summe zurück, wenn sie innethalb 24 Stunden zurückkehren), „eine Schmach für die Menschheit/ hieß es in der Petition des Abgeordneten Hirsch. Dir Minister deS Auswärtigen Herr v o n Canitz sprach hierauf

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