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Sulamith · 1845-01-01 · Heft 3 · p. Seite 254

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
9 (1845-1848)
Issue
Heft 3
Date
1845-01-01
Page
Seite 254 (sequence 54)
Language
German
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drS erzählt: „Als sie kürzlich bei Madame R^eamier ein kleines Deklamatorium gegeben, trat, eben als fie anfing, der Erzbischof von Bordeaux zum Besuche in den Saal: Man wägte nun nicht mehr» die 'gewählten dramatischen Bruchstücke vor dem geistlichen Herrn vortragen zu lassen; statt derselben sprach Rachel mehrere Tiraden aus Rarine's Athalia, welches Stück bekanntlich so erbaulich ist, daß es unser Ludwig XIV. in der geistlichen Anstalt zu Saint-Cyr auf« geführt wurde. Der Erzbischof lobte den Vortrag sehr und sagte der Rachel», er zweifle nicht, daß sie die Gesinnungen, die sie so schön geäußert, auch im Herzen trage. Wahrscheinlich war dies der erste Erzbischof, den die jüdische Schauspielerin zum Zuhörer gehabt. Die Pariser Theater würden sich glücklich schätzen, wenn unter den mit der Laute herumlaufendeU Mädchen noch eine zweite oder dritte Rachel sich befände; es meldet sich aber keine." „Warum waren die Juden immer so reich?" Diese Frage beantwortet Heine also: Israel verdankt seinen Reichthum einzig i»id allein seinem erhabenen Gottesglauben, dem es seit Jahrtausenden ergeben blieb. Die Juden verehrten rin höchstes Wesen, das unsichtbar im Himmel waltet, während die Heiden, unfähig einer Erhebung zum Reingeistigen, sich allerlei goldene und silberne Götter machten, die sie auf Erden anbeteten. Hätten diese blinden Heiden alle das Gold und Silber, das sie zu solchem schnöden Götzendienst vergeudeten, in baares Geld umgewandelt und auf Interessen gelegt, so wären sie ebenfalls so reich geworden, wie die Juden, die ihr Gold und Silber vortheilhafter zu placiren wußten, vielleicht in assyrischbabylonischen Staatsanleihen re." — (So hübsch witzig und frivol dies auch klingt, so muß doch, abgesehen davon, hier bemerkt werden, daß die Juden damals ja nicht „immer" so reich waren und auch, daß sie in. Palästina, auf den Ackerbau beschränkt, wenigstens einander kein Geld auf „Interessen" leihen durften. (3. Buch Moses Kap. 23, D. 20, 21. 3. Buch Moses Kap. 23. V. 37.) In einem Zeitblättchen steht: „Ein Müssiggänger ist Sonntags Christ, Montags Grieche , Dienstags Perser, Mittwochs Assyrier, Donnerstags Aegyptier, Freitags Türke»

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