Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
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174 •; di« ja ohnedies Hand in Hand geh«». Und so ward zur Bildung ein«-.,jüdischen Lehr- Und Lesevereins" geschritten. Di« Zahl der Mitglieder betrug 171 (der monatliche Beitrag eines jeden derselben ist, als Minimum, 5 Szr.) und di«Zahl der Bücher, war, außer den noch damals vorliegenden Brochüren, 692 Bände (durch freiwillige Schenkungen an Geld und Büchern bewirkt). E« hat sich sowohl in den Lesestunden, als auch bei der Cntleihung der Bücher (bestehend aus den älter» wichtigen Schriften aus dem Gebiete de» Judenthums und aus neuern Werken , Zeitschriften Und Brochüren) und namentlich bei. den Vorträgen immer steigende Theilnahme gezeigt. (Nach diesem Berichte hielten Borträg« über wichtig« Gegenstände : Herr Rabbiner Dr. Geiger, Herr Dr. Levy, Herr «tust. phil. D. Honigmann, Herr Dr. Jolowicz und Herr Dr. Ginsberg.) EinBlickaufdie Verbessecung der politischen Stellung der Juden in Deutschland überzeugt leicht, daß in mehreren deutschen Staaten menschenfteundliche Christen diesen Gegenstand seit Kurzem wieder zur Sprache gebracht und insbesondere in de» verschiedenen Kammern kräftig für die Emancipatio« oder theilweise Verbesserung des politischen Zustande» der Juden gesprochen haben, obgleich Gegner oft heftig dagegen austraten, und daß im Ganzen für jetzt noch wenig von Seiten der Staatsregierungen in diesem Betrachte bewilligt ist, gleichwohl Bewilligungen in Aussicht gestellt worden sind, so daß AlleS deshalb erst noch zu erwarten ist. — Auf die Anträge der preußischen Landständ« auf völlige Emancipation der Juden gerührte des König» . von P r«u ß e n M a j e st ä t im letzten Landtagsabschied« zu bestimmen, daß diese Sache in Erwägung gezogen wird,*) und es heißt ferner darin: „Wir wollen indessen unfern getreuen Ständen nicht vorenthalten, daß unsere Ansicht Nicht dahin geht, die Juden in Beziehuizg auf di« politischen Recht« unserer christlichen Unterthanen völlig gleich zu stellen- und halten uns auch überzeugt, daß der so weit gehend« Antrag bei der Mehrzahl der letztern kein« Unterstützung finden werde." Da« Wort „völlig" veranlaßt unter den Juden *) Al« vor Kurzem von der Universität zu Breslau beim Kin» Preuß. Cultus-MiNisteriün» ein Antrag gemacht wurde, die bei dieser Universität bestehende alte Bestimmung aufzuheben,