Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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171 •: bleiben rder mit den UnivetsitätSsiistungen verbunden werden wird, steht dahin. Letztere- Mxt sehr zu wünschen." Mainz 1846. Am 23. März Abend« »ahm die hieflg« israelitisch« Gemeind« in einem feierlichen Trauergottesdienst« Abschied vvn ihrer alten 600jährigen Synagoge, da dieselbe abgerissen und ein neues prachtvolles Gotteshaus an derselben / - Stätte aufgeführt werden soll. Noch immer, hat man in der Ehristenhrit so manch« unrichtige Ansicht von den jüdischen religiösen Dingen. So hieß es neulich in einem gelesenen Blatte, welches berichtete, daß in Avignon di« Synagoge mit sehr werthvollrn Thora'S abgr. brannt sei: „Diese Gesetzbücher dürfen nur in Jerusalem von Rabbinern geschrieben «erden," während diefi doch fast überall, wo Juden wohnen, also aukttbalb Paläibina^«.-von ae- - ivöhnltchen, wiewohl unterrichteten sogenannten Gesetzschreibern geschieht. Die politischen Zeitungen theilen u. A. auS Elbing vom 26. Juli 1846 mit, „daß 18 Personen, bei der Uebersahrt in einem Postwagen über die "beschädigte Schiffbrücke bei Marien- - bürg in die Nogat hätten stürzen müssen, wenn sich nicht «in Marienburger Kaufmann, Aron Sudermann, mit Entschlossenheit den Pferden entgegen und in die Zügel geworfen und durch eine geschickte, mit Much und Kraft ausgeführt« Wendung 'sie so zu pariren gewußt hätte, daß der Wagen: aufgehalten wurde. Der „edle Retter" ist übrigens zum Glück « nicht lebensgefährlich verletzt." Was dieser Mann hier gethan, war edel , aber nur die Ausübung einer Menfchenpflicht, dir ihm ewig ein angenehme- Bewußtsein gewähren muß al« schönster Lohn, und brauchte in der Sulamith hier nicht etwa gerade äl« die güte That eines Juden erwähnt zu werden. Wenn nun hier auch in dem angeführten Artikel nicht erwähnt ist, daß der Retter «in Jude war, fo ist daganz in der Ordnung. Wir fragen aber doch, würde e-nicht wohl bei einem umgekehrten Fall«, nämlich bei einer b ö s e n That, der „I u d e," oder der J üdis ch e" Kaufmann geheißen haben, und selbst wenn schon sein Vater langst getauft gewesen wäre? —