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Sulamith · 1845-01-01 · Heft 2 · p. Seite 149

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
9 (1845-1848)
Issue
Heft 2
Date
1845-01-01
Page
Seite 149 (sequence 39)
Language
German
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: . i4d diese Stufen der Gottcscrkcnntniß, so niedrig sie inuuer seien , beachten und würdigen. Der Faden der Vernunft, so abgerissen er auch im dunkelsten Aberglauben erscheint, ist auch bei dem unentwickeltsten Volke doch immer i» einem Zusammenhang mit den höchsten Ideen der Menschheit und gestattet einen Ansgang aus den finstersten Irrwinkeln des Lebens-Labyrinthes zu den lichtern Gängen, der von der Wissenschaft erleuchteten Gotteserkenmniß. Bleibt aber auch die Letztere immer noch von einem gewissen Dämmer umhüllt, und zeigt sich hier auch daS Licht der Wahrheit nicht in feinem reinen Weiß, sondern in gebrochenen Farben; was liegt dann dein Menschen näher, als liebreiche Duldung des Ander§-., den k c n d e n, And ersglaubc n den? Einheit im Glauben zu schaffen, hat sich, so weit die Geschichte reicht, als eine Unmöglicheit gezeigt. Auch der starrste, unbarmherzigste Priestcrsinn war nicht im Stande, selber in dem von ihm beherrschten Kreise eine solche zu verwirklichen. In der kleinsten Religionssektc blieben immer noch Spaltungen und Risse, die durch keinen äußern Kitt auszusüllen waren, und wäre er mit Blut gemischt und mit Feuer gehärtet worden. Ist doch der Mensch von heute schon nicht mehr der von gestern. So trostlos hier der Blick auf daS Leben scheint; so zerrissen und zerfallen in sich das Menschengeschlecht sich dem Auge des nach Einigung strebenden Wahrheitsfrcundes zeigt: so wenig darf das uns einer muthlos machenden Verzweiflung preisgcben. Denn geht auch jede Zeit, jedes Volk, ja jeder Einzelne zu verschiedener Zeit seinen eigenen Weg: doch lebt in Allen und immer derselbe Zug und die unsichtbare Macht, die lins ins Leben setzte, verläßt untz nie. Gerade darin gicht sic uns einen Fingerzeig von dem, was die Lebensaufgabe des Menschen sein soll. Die Rathlosigkeit, die uns an den Grenzen des Endlichen ergreift, soll uns

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