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Sulamith · 1845-01-01 · Heft 2 · p. Seite 141

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
9 (1845-1848)
Issue
Heft 2
Date
1845-01-01
Page
Seite 141 (sequence 31)
Language
German
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-Ul: ihren Glaltbensgenossen, ebenso wie die HandwcMklasse, wie Parias (!) behandelt und gehören (also dadurch!) entschieden zu dem. unglücklichsten Lhcil der Bevölkerung, da auch die Russen sich von ihnen mit Verachtung (!) zu- - rückzichcn, so lange sie nicht, was jedoch häufig Statt findet, von ihnen - auf irgend eine Art abhängig geworden sind. Die große Armuch und Anhäufung der Jude» bringt.es mit sich, daß so Viele zerrissen und zerlumpt cinhergchcn. Die Bcqucmlichkeir im Reinigen, oder viel- ' mehr im Nichtreinigcn der Kleider ist jedoch auch hm und wieder hier eine religiöse (?) Maxime. Auch die Reichen und Wohlhabenden glauben gegen das Gesetz (?) zu verstoßen, wenn sie ihre Schuhe wichsen. Es liegt etwas Unheimliches in der Geschäftigkeit und Hast, mit der sie auf der Straße vom Morgen bis Abend einherschrciten, ohne innere Ruhe und Beschaulichkeit, immer einsam, nie zu zweien oder im ruhigen Gespräch, wenn auch in engerm» täglich in gleicher Weife wiederholtem Kreise. Dabei leuchtet aus ihren lebhafte» glänzenden Augen, und dem fremdartigen , geisterhaften Ausdruck ihrer Züge, zu dem das veraltete, halb orientalische Gewand so wohl paßt, eine unbegränzte Gutmüthigkeit, und Zuverlässigkeit, so lange nicht vom Handel die Rede ist. Wenn irgend ein Volk von der Roth und dem Druck des- Augenblicks ganz überwältigt ist, so sind es die hiesigen Juden. Die Gcschäftsthätigkeit und Rührigkeit der Juden übersteigt alle Analogie. Nicht durch die übermüthige Kraft der Russen, sondern durch eine maßlose Zähigkeit, Schmiegsamkeit und Eile leisten sie das Unmögliche, Wer in einer russischen Stadt Dinge sucht, die nicht in Aller Munde sind, kann stunden- und tagelang vergebens umhcrgehkn. Kennt der Russe das Gewünschte nicht, so bringt er hundert andere Dinge, die er für die fragliche» ausgiebt, oder beruhigt sich mit seinem Nichtwissen. In einer Stadt, wo Juden wohnen, theilt man sciiie Wünsche

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