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Sulamith · 1845-01-01 · Heft 2 · p. Seite 140

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
9 (1845-1848)
Issue
Heft 2
Date
1845-01-01
Page
Seite 140 (sequence 30)
Language
German
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110 ■ aufhören soll. *) Der oft frrßlange Spitzbart vertritt zugleich die Halsbekleidung. Derjenige Jude, welcher ein . Halstuch oder einen Hosenträger benutzte, würde von seittctt Genofferl für einen Ketzer (!) und Aufklärer gehalten werden! Wer seinen Bart mit einem Messer berührt, dem reißen schwarze Ochsen im künftigen Leben die -ent-/ weihten-Marchasre sich ohne Ausnahme übereinstimmend m f. w. — Nur diejenigen Israeliten, die sich mit dem Ackerbau beschäftigen, haben, unbeschadet ihres Kopf- und Bartputzes, sich dem russischen Costüm genähert. Seltsam contrastiren die zarten Gestalten nnd die feinen jüdischen Züge mit dem groben Wollgcwande der russischen Bauern. Sie werden von In manchen LandeStheilen hat sie bereits aufgehört. Rach einem Artikel in der Preußischen Allgemeinen Zeitung aus Schitomir in Volhyinen, haben alle Juden in diesem Gouvernement, ohne Ausnahme ihre Tracht veränderte Man sieht kein jüdisches Costüm mehr , ehe also die Frist noch abgelaufen ist, in welcher diese Abänderung Statt finden soll, denn sie haben eS mit der Tracht der russischen Kaufleute ausgetauscht, besonders in Schitomir tragen sie seit August 1845 sogar Fracks. ES hat auch dort bereits eine Annäherung zwischen Juden und Christen hervorgebracht. In Folge eines Vorschlags der Gouvernementsobrigkeit ist in Schitomir ein jüdischer Kaüfmannsklubb errichtet worden, zu welchem die Juden auch christliche Kaufleute aufgefordert hatten. Am 85. Februar l 846 hatten sie einen Ball eröffnet, dem der stellvertretende General-Gouverneur und viele andere Milik tär- und Civilbeamte beiwohnten. Auch Damen der höher» Stände waren dabei und es herrschte eine ungezwungene Fröhlichkeit. Mehrere, junge Juden und Jüdinnen nähmen mit Leichtigkeit und Anstand an den Tänzen Theil. Der Ball dauerte bis Mitternacht. ^DieS ist vielleicht das ersteBeispiel eines jüdischen KaufmannklubbS in unserm Vaterlande,schließt der Bericht aus Schitomir in der gedachten Berliner Zeitung. Hätte doch der Herr Professor Blasiu s einem solchen Balle, von gevildetern dortigen Juden veranstaltet, beiwohnen können, statt daß er nur die traurige Seite der Juden in Polen gerade zu beobachten Gelegenheit gefunden hatte, fügen wir hier hinzu.

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