Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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130 Juden besitzen Kramladen, und berühren in ihrem Geschäfte dir Straße nicht. Unglaublich viele sitzen an ihren Lhü» ren oder auf den Märkten an einem kleinen Wechscltisch von etwa zwei Ouadratfuß Größe , auf dem sie ihre Münze» reihenweise geordnet haben. Selten beträgt der ganze -Werth' über ^etKtze-MM?rr'mch'"Mf7hm "meistm"Wschm ist nur Kupfermünze zu sehen. Man begreift nicht, wie ""ein solches Geschäft einen Menschen, oder eine Familie ernähren kann. Hiermit sind aber nicht, wie an so vielen Orten, die Straßen - und andern öffentlichen Geschäfte der Israeliten abgethan. Eine große Anzahl von Juden sieht man als Fuhrleute mit Ochsen und Pferden vorüberziehen, viele in fremdem Dienste , als Knechte und Tagelöhner, oder als Bauern, die ihre Erzeugnisse zur Stadt bringen. Man hat den Juden hier kleine Ackerdörfer unter bestimmten Bedingungen eingeräumt, in denen der Hebräer in der Führung des Pflugs mit dem Russen in der Nähe wetteifert. Diejenigen, welche sich in solchen Beschäftigungen nicht bis zum Ochsen oder Pferde aufgeschrpungen haben, bedienen sich der Schiebekarren, oder Andere der Kleinkinderwagen, auf denen sie Fässer und dergleichen auf kurze Strecken transportiren. Auch Handwerke sind dem Israeliten hier nicht stcmd. An einem gegenüberliegenden Hause sahen wir einen Juden, als Glaser, mit Einsetzen von Fensterscheiben beschäftigt; einen andern, als Zimmermann, mit Axt und Winkelmaß über die Sttaße ziehen. Rur sehr selten sicht man einen in Seide und kostbare Pelzwerke gekleideten Israeliten in einer Droschke über die Straße fahren; stark mit Orden decorirt. So verschiedenartig aber auch die Beschäftigung der hiesigen Israeliten sein mag, so übereinstimmend ist ihre Tracht. Alle Männer gehen in Schuhen und — ursprünglich— weißen Strümpfen u. sw. (Hier wird Nun die bekannte Tracht weiter geschildert, welche doch aber nun durch die neue Mas