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Sulamith · 1845-01-01 · Heft 2 · p. Seite 127

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Journal
Sulamith
Volume
9 (1845-1848)
Issue
Heft 2
Date
1845-01-01
Page
Seite 127 (sequence 17)
Language
German
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127 In allen Synagogen Frankreichs sollen ebendieselben religiösen Melodien, und statt der (sogenannten)deutfchen Leseart der (Hebräischen) Gebete, die orientalische oder portugiesische Aussprache Statt finden. 2) Soll mehr Würde und Glanz bei den refigiösen öffentlichen Ceremonien, bet der Trauung, den Begräbnissen und den religiösen Weihen eingeführt werden. 3) Soll aus den Gebeten alles dasjenige ausgelassen werden, was mit der bürgerlichen und politi- Mn Stellung ginne des SabbathS, oder die Worte: NN1NN Nd-ll v o t oder nach dem Vorlesen der Lora u. s. w. hersagen und dergleichen mehr. Es würde vielmehr denselben gewiß, wenigstens nach einiger A eit, lieb sein, den weit geregeltern und ruhigern GotteSdienst der portugiesischen Juden gewonnen zu haben, auch würde es anfänglich, oder überhaupt, gewiß so streng nicht gerügt werden, wenn einmal Jemand aus alter Gewohnheit, z. B. ^Boruch^ statt ^Baruch" u. s. w. außsprechen sollte. Allein ein Anderes würde es sein, wenn diese Änderung sich auch auf daübrige Leben erstrecken müßte, denn es würde schwer oder gar nicht gelingen, bei bigotten Gewohnheitsmenschen eine solche ÄNderung total zu bewirken, obwohl dann freilich auch manche Erleichterung für sie einträte, wenn sie z. B. nicht mehr Vieles auch bloß darum zu befolgen hätten, weil es vor mehr als 180 Jahren in Krakau, oder sonst in Polen in den israelitischen Gemeinden so und nicht anders üblich war, Und wenn bei mancher dieser Anordnungen der eathegorische Imperativ : לשנות (es soll nicht abgeändert werden) ihnen nicht mehr hemmend in den Weg treten könnte; allein in verschiedenem andern Betrachte würde ein solcher unbedingter Lausch nicht rathsam sein. — Doch das ist ja die Sache der französischen Konsir storien, ob und wie weit sie Alles dort nach Art der portugiefischen Juden״ einrichten wollen. Eine solche Bereinigung per beiden Synagogen-Gebräuche aber wäre in Frankreich allerdings zu wünschen, ״und es ist nun nur die Frage, ob auch die portugiesisehen Juden Frankreichs in alle Neuerungen für den gleichförmigen Gottesdienst einwilligen werden, die von der andern Seite, wie in gewisser Hinsicht aus obigen Punkten zu ersehen ist, für die Synagogen, werden verlangt werden. —

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