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Sulamith · 1845-01-01 · Heft 1 · p. Seite 95

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
9 (1845-1848)
Issue
Heft 1
Date
1845-01-01
Page
Seite 95 (sequence 95)
Language
German
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ailS den Händen gelassen. Beim Untersuchen der Kiste entdeckte Frankel ein hartes, rund-S Packet. Er zog es hervor; es war ein versiegelter Beutel mit einer beträchtlichen Geldsumme, und an dem Beutel hing ein Zettel , auf welchem die Worte standen : Bei mir deponirt von meinem Freunde, dem Rabbiner Israel Frankels Der Rabbiner Hirz S ch e ier in Mainz , der 1824 starb, befolgte treu und gewissenhaft auch besonderdarin btt Vorschrift des Talmuds, daß jüdische Geistliche und Gelehrte uneigennü tz i g das Wohl ihrer Gemeinden befördern sollen. ״Er war von Haus aus reich, nahm für sein Amt daher gar keine Besoldung, sondern fetzte allmählig sein ganzes Vermögen zu. Jetzt erst nahm er die jährliche Besoldung von 1000 Gulden an. Jedoch als er sie acht Jahre lang bezogen hatte, ging ihm eine längst verloren geachtete Schuld von 10,000 Gulden ein, und sein Erstes war, davon die bis dahin bezogenen 8000 Gulden der Gemeindekaffe zurückzuzahlen."*) (Abendzeit.) zeichnet ״ein Freund der Armen, ein Feind des Bettelwesens") unter der Ueberschrift: ״Ne h m t e i n B e is p i e l a n d e n Juden!" wie folgt: ״Einsender hat auf seine Aeußerung *) Von den, freilich größtentheils wohl wegen Unvermögens nicht gerade sehr vielen, Beispielen derErfüllung der gedachten talmudidischen Vorschrift, möge hier Folgendeangeführt werden. Der sel. Vater des Herausgebers dieser Zeitschrift, Herr M o se - A b r ah am Fränkel, aus Berlin, rühmlichst bekannt sowohl wegen seiner großen und tiefen jüdisch-theologischen Gelehrsamkeit (Verfasser Mehrerer jüdisch-theologischen hebräischen Schriften, z. B. שדת באר משה, Berlin, 1803. u. a. m.), als auch wegen seiner humanen Denkart und Wohlthätigkeit, verrichtete sein Rabbineramt (als: ראש ב״ר) in Deßav, wo er sich ansie. delte, nicht allein durchaus u ne nt geltlich, sondern unterstützte noch vielmehr junge Lalmudstudirende mit Geld und suchte sogar oft, wenn z. B. bei ErbschaftSproceffen (die damals beim Rabbinergericht noch vorkamen), um kleine Summen Streitig, ketten entstanden, die fordernde Partei aus seinen eigenen Mitteln zu befriedigen.

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