Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 93)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2304627-2304652-2304653--10039-2304779- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
schaffen, da zwang er die Judenschaft, ') alle Jahre für eine gewisse Summe Porzellan zu kaufen und auszuführen , was den Juden natürlich sehr schwer werden mußte, da überall bessere Waare fabrizirt wurde. Außerdem war jedejunge jüdische Ehepaar noch gezwungen, bei der Hochzeit „zur Einrichtung" von dem verschmähet«» Porzellan zu kaufen , und zwar «in« Quantität, welche ihre Bedürfnisse weit überstieg. — Dies« . Porzellansteuer war so drückend, *) ** ***)) daß die Aeltesten der Juden« schast zu wiederholten Malen dem Minister Herzberg die kläg« liebsten Vorstellungen machten » denen dieser aber nur ausweichend, antworten konnte, da der alte Fritz jedesmal, wenn der Minister die Sache zur Sprach«, brachte, ärgerlich rief: „Laß Er mich ungeschoren, Herzberg, die Juden müssen zahlen, dazu find fie Juden/' (!) Herzberg , dem wieder einmal auf sein« Vorschläge zur Herabsetzung der Porzellansteuer dies« Antwort geworben war,, entgegnet« darauf: „Aber, Ew. Majestät, wenn sich nun die Juden taufen ließen?" — „I, rief der König erschreckt, sie werden doch nicht de- Teufelsein In Breslau besteht, dem gedruckten „ersten Bericht'' zufolgr»"seit den, 29. Mai 1842 «in jüdischer Lehr- und Lefeverein, der in allen israelitischen Gemeinden nachgeahmt zu werden verdient (über welchen im nächsten Heft« daS Nähere folgen wird). In der englischen jüdischen Zeitschrift: ,,The voice of Jacob“ steht unter Anderm Folgendes: „Um die Mitte d«S vvrigen Jahrhunderts lebte zu Prag in Böhmen der gefeierte Rabbiner Setach Eidlitz, «in Mann von großem Verstände und tiefer Auffassung , nicht bloß berühmt wegen seiner Kenniniß der heiligen Schriften, d«S Talmud und dessen Kommen» taren, sondern auch bekannt durch seine mathematischen Studien, von welchen sein Werk: „Die Kunst zu rechnen," Zeug» niß liefert. Nach der Sitte seines Wohnort- und der Zeit, in welcher er lebte, theilt« er feine Smnden zwischen einsame- Stu« *) Damalt hieß «<: Juden! schafft — Geld! D. H. **) Für Unbemittelte um so drückender, alt sie daran Hundert« verlieren mußten, wenn sie diese Waare autführten, z.B. nach Anhalt, Sachsen u. s. w. D. H. ***) „Die Mode, eine Ieitschrift für die elegante Welt."