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Sulamith · 1845-01-01 · Heft 1 · p. Seite 92

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
9 (1845-1848)
Issue
Heft 1
Date
1845-01-01
Page
Seite 92 (sequence 92)
Language
German
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92 ■ :. Zu Lübeck starb am 15. November 1843 der zweite Stadt-Syndikus Hr. vr. K. A. B u ch h o l z (versteht fid{: christlicher Religion), ein sehr angesehener Rechtsanwalt, der"u, A. bekanntlich bei den Kongressen zu Wien und zu Aachen als Vertreter mehrerer israelitischen Gemeinden des nördlichen Deutschlands aufgetreten ist. (Damit sein Name auch in Israel desto mehr in dankbarer Erinnerung bleiben möge , erachten wir eS als Pflicht, seiner hier wieder zu gedenken. Sein Andenken sei gesegnet! — D. H.) In Frankfurt an der Oder starb im Monat Januar 1644 ein vormaliger Soldat , jüdischer Religion , Namens Isaak Schlesinger, welcher den Feldzug 1813 gegen die Franzosen mitmachte, sich tapfer hielt und Mit Wunden bedeckt zurückkehrte. Die alten Krieger aus dem Befreiungskämpfe, ' welche noch dort leben, begleiteten seine Leiche mit Trommelschlag und Trauermusik bis zum jüdischen Friedhofe, wo sie über sein Grab geschossen hatten. Die Zahl der Bewohner, verschiedenen Standes und Ranges, welche sich bei diesem Leichenzuge einfanden, bettug Tausende. _ (Leider ist auch seitdem der Einsender dieser Nachricht, Hr. H. C Baswitz, Spediteur, Stadtverordneter und Direktor deS städtischen christl. Armenwesens in Frankfurt an der Oder, zum Leidwesen Aller, im Monat Marz 1844 gestorben. Dieser menschenfreundliche, gebildete Mann war besonders wegen feiner vielfältigen guten Eigenschaften., seiner Tbätigkeit zum Wohl der Stadt und der christlichen und jüdischen. Armen allgemein hochgeschätzt und seiner Leiche folgten auch unter Andern die städtischen und andere Behötden. D. H.) Friedrich der Große hielt nicht viel von der Bekehrung der Juden. Die Juden wurden unter seiner Regierung auf das Fürchterlichste besteuert (wie es überhaupt damals in Deutschland mehr oder weniger gebräuchlich war, die Juden nur als einen steuerbaren Artikel im Staate zu betrachten.) Als der König die Porzettanmanufaktur gründete, welche anfangs so schlechte Waare lieferte, daß Niemand davon kaufen wollte, (ganz anfänglich mochte dies wohl nicht gewesen sein, denn im siebenjährigen Kriege ließ Friedrich der Große eine brdeutende Quantität Erde aus Meißen für die Berliner Porzellanmanufaktur nach Berlin

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