Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 84)
- Language
- German
- Belongs to
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von den preußischen Landständen in anderen Provinzen, namentlich in Westpreußen Md an andern Orten, wurden ähnliche Beschlüsse gefaßt , und eben so erwartungs - als vertrauensvoll sehen die preußischen Juden jetzt der Resolution Sr. Majestät des Königs deshalb entgegen. *) Als Nachtrag zu unserm obigen Artikel, die russischen Juden betreffend, diene folgende spätere Mittheilung von der polnischen Gränze, vom 7. Mai 1845 (Bert. Zeitg.) „Großes Wehklagen ertönt aufs Neue von den Juden auf der Gränze, da der für aufgehoben gehaltene Ukas wegen: der Translocirung ins Innere des Landes nur suspendirt gewesen ist und nun zur Ausführung kommen soll. Wie es heißt, sind jedoch Me größer« Städte , d. h. Städte über 3000 Einwohner von der Maaßregel ausgenommen, die nur die Israeliten auf dem platten Lande, und in ganz kleinen Städten , die sich ausschließlich vom Trödelhändel, vom BraNntweinschank und Schmuggelhandel nähren, treffen soll." —^ (Im Königreiche Polen ist jetzt den Juden in den Dörfern das Branntweinbrennen und der mengebrachtes Geschenk von 400 Thalern überreicht, als Andenken an den Beschluß des rheinischen Landtages in Bezug auf die -bürgerliche Stellung der Juden in Preußen. 2tuch die israelitische Gemeinde zu Bonn hat ähnliche Beitrage gesandt. *) So eben bekommen wir aus Posen die besonders abgedruckten Verhandlungen (Nr. 28 u. 29.) des 7. Posener Landtags, welche die Juden betreffen und aus denen hervorgeht, daß sich die jüdischen Gemeinden in dieser Provinz an diesen Landtag mit Petitionen gewandt haben und daß derselbe für die Emancipation mit Bedingungen, also für keine vollständ.i g e Emancipation gestimmt hat. "Den Unterschied zwischen neuturalisirten und unneuturalisirten Juden alldort und die Beschränkung der Letzter» bei Übersiedlungen, wünschte man aufgehoben und das Edikt vom II. März 1812 dort eingeführt zu sehen. So manche humane Aeußerung, aber auch manches Sonderbare, wenn es die Religion betraf, hörte man dort äußern und der ewige Vorwurf des schon längst anderweitig erklärten MessiasglaubenS der Juden kam hier, gleich dem ewigen Juden, wieder vor und das Ganze scheint sich mehr auf die besondern jüdischen Verhältnisse in dieser Provinz zu beziehen. Im Ganzen spricht sich aber doch hier ein guter Geist in Betreff der Juden auS, welches erfreulich ist.