Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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85 Eidesformel handle (die bis jetzt vorgeschriebene Eidesformel „auf den wahren Glauben eines Christen" vertritt nämlich die Stelle eines s. g. saerawental lest) und daß daher wenigstens für Schottland, wo eine derartige. Eidesformel natürlich gar nicht besteht, die Bill ganz überflüssig sein würde. Daß sie auf Irland Anwendung finden könne, gab der Lordeanzler zu und versprach, eine Untersuchung darüber anzustellen, und dann nöthigenfallsdieerforderlichenMaßregeln zur Ausdehnung der Bill auf Irland anzuordnen. Sowohl in den Annalen der jüdischen Geschichte, als auch in denen der preußischen Landstände, bleiben ewig die Art und Weise, wie sich die rheinpreußischen Landstände im Jahre 1843 in Betreff der Emancipation der Juden im Königreiche Preußen ächt human ausgesprochen und für dieselbe gestimmt hatten. Der treffliche Geist, welcher sich in den Debatten zu Gunsten derselben kund gab, erregte bei Freunden und Gegnern der Juden damals großes Aufsehen und jedenfalls die Bewunderung und den Dank aller Menschenfreunde. Die Zünden in Rheinpreußen legten ihre Freude und ihr Dankgefühl durch nicht unbedeutende Gaben zu wohlthätigen Zwecken für christliche milde Anstalten und eben so durch Ehrengeschenke gegen jenen ehrwürdigen katholischen Geistlichen an den Tag, welcher in rein religiösem , edlen Sinn sich so lebhaft und kräftig ihrer Sache auf dem gedachten Landtage angenommen und sich dadurch zugleich insbesondere ein ewiges Denkmal in den Herzen aller Juden und überhaupt auch aller Edelgesinnten gefetzt hat» Mehrere Zeitungen lieferten damals diese Verhandlungen, so daß wir nur auf dieselben hier hinzuweisen brauchen. Die hohe Aeußerung Sr. Majestät des Königs von Preußen in dem Landtagsabschiede von 1843, daß die Sache der Juden vorgenommen werde, verbürgen, in Vertrauen auf die Milde und Gerechtigkeitsliede dieses Monarchen, die schönste Aussicht auf Realistrung dieser Wünsche seiner getreuen israel. Unterthanen. Bei den jetzigen rheinpreußischen Landständen kam dieser Gegenstand wieder zur Sprache und die Anträge derselben, Se. Maj. um Aufhebung des dort noch gültigen Napoleonschen Dekrets v. 17. März 1808 und um Emancipation der Juden zu bitten, wurde mit 56 Stimmen gegen 16 genehmigt. *) Auch •) Die israelitische Gemeinde zu Koblenz hat deshalb dem neu erbauten Blinden - Institut der Rheinprovinein unter sich zusam- , 6*