Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Droschkenkutscher in Berlin haben jetzt in der Frühstunde 7 Uhr Gottesdienst mit Gesang , Gebet' nnd Predigt. „Merkwürdig ist , heißt es in der Berliner Vosfischen Zeitung, daß ein Israelit (der Fuhrunternehmer des frühen: Kremserschen Fuhrwerks) Friedländer, diese wichtige Einrichtung angeregt, ein Local dazu eingerichtet, auch seine Rutscher mit einer StMMLlung Kernlieder (Geistliche Gesänge No. 53; vom Hauptverein für christliche Erbnuungsschriften 1^663^ " (In der Regel sehen es selbst die altgläubigsten Juden sehr gern, wenn auch ihre christlichen Dienstleute ihre religiösen Pflichten beobachten, zuweilen in die Kirche gehen u. s w., und wir kannten selbst alte Rabbiner, die bei ihrem ächt jüdische frommen Sinn auf Erfüllung dieser Pflichtenbei ihrem christ- " lichen Gesinde ihr Augenmerk richteten. Auch wird man wobt niemals gehört habest daß selbst die orthodoxesten Juden ihre christlichen Dienstboten verhindert hatten, in die Kirche zu gehen, besonders auch, da, wir wiederholen es, jede Proselytenmacherei dem Judenthume und deren Bekenner völlig fremd ist. D. H.)_ (Wichtig^ Fragen.) „Worin liegt es, daß die Juden meistentheils den Namen Gottes so hoch achten, — daher nur ungern einen Eid schwören, — nie das Leben eines Andern antasten , — in keiner Art des Genusses ausschweifen, — eine musterhafte Ehe führen, — gegen Kranke und Arme große Theilnahme zeigen, — friedliebende und ruhige Bürger sind, — stets großen Fleiß und Ausdauer beweisen, — sich vor Verarmung äußerst in Acht nehmen? \ Eine gründliche unpartheiische freie Beantwortung diesem Fragen kann zu mancherlei Ergebnissen führen."* *) Berlin. Se. Maj. der König von Preußen haben den Banquier Herrn I. Treues (Giacomo TreveS diBonsil, einest sehr reichen Mann jüdischer Religion) in Venedig, zu Allerhöchstihrem Konsul daselbst ernannt. einen Stadtkirchhof zu betreten und lieber einen großen Umweg machten, weil sie sonst leicht recht derbe Prügel zuvörderst von Denen bekommen hätten^, die es gesehen; die weitere Strafe ungerechnet. D. H. *) Berliner Vofsische Zeitung von 1844, No. 71. .