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Sulamith · 1845-01-01 · Heft 1 · p. Seite 74

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Journal
Sulamith
Volume
9 (1845-1848)
Issue
Heft 1
Date
1845-01-01
Page
Seite 74 (sequence 74)
Language
German
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dieß allen Protestanten, wie hier allen Juden dann fühlen zu lassen, das Reckt zu haben geglaubt?). „Wer das vorsichtige Wesen der Juden, besonders in religiösen Angelegenheiten, kennt, wird ihnen eine so unsinnige und nutzlose Demonstration, wie jener Brief sein mußte, gewiß nicht zurrauen" (und gesetzt, es wäre Ein Jude so schlecht und frech gewesen, was könnten die übrigen dafür, die doch auch dann gewiß nichts davon wußten?) „Die Gesecker hatten aber keine Zeit zu solchen Reflexionen / sondern stürmten eines schönen Abends die Wohnungen der Juden und demolirten alle, bis auf eine, in der eine Wöchnerin war." *) (Die gencktliche Untersuchung ist bald darauf erfolgt und mehrere Thäter sind eingezogen worden. , In einem Aufsatze von Anton Gubi tz in dem in Berlin erscheinenden „Gesellschafter," betitelt: „Das Judenthumim neunzehnten Jahrhundert," heißt es unter Anderm über die Emeute gegen die Juden in Gesecke: „Daß man von Seiten der Behörden den Juden nickt eher zu Hülfe kam,als nachdem ihr Eigenthum bereits von den Pöbelhaufen zerstört worden , ist keine Empfehlung für die polizeiliche Beaufsichtigung in Gesecke." Pr a g. (1844.) Unser Erzbischof hat der hiesigen israelitischen Brüderschaft für Krankenpflege einen Jahresbeitrag von 100 Gulden Conv.-Münze zukommen lassen. .. Als kürzlich der Direktor der hiesigen israelitischen Lehranstalt, ein Katholik, starb, hielt der israelitische Schullehrer, Herr Dr. Wessely, am Grabe dieses Verstorbenen eine Rede, welche allgemeine Rührung hervorbrachte. In den politischen Zeitungen wird dieses Ereigniß um so mehr als ein Fortschritt betrachtet, als es noch vor 50 Jahren jedem Juden von Obrigkeitswegen streng untersagt mt, «inVn zu betreten. **) *) Komet. \ ' Weil er dadurch entweiht werde. Der Jude hätte sich hierdurch auch großer Mißhandlungen von den christlichen Ortsbewohnern ausgesetzt. Schreiber dieses eynnert sich bei dieser Gelegenheit aus feinen Jugendjahren, wie er auf einer Durchreisenach Erlangen rc., im Bambergischen zu seinem Erstaunen wahrnahm, daß Juden es in einem Orte sorgfältig vermieden, einen nähern Weg» über

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