Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2304627-2304652-2304653--10010-2304750- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
.V 64 In der Schleswigschen Ständeversammlung von 1844 sprach der menschenfreundliche Herr O,-G.-Advokat Beseler für die Annahme der Juden beim Militair und für deren Emancipation, erwähnte unter Anderm, daß der General Wolf und der MarschaU Massena Juden gewesen seien, in England ein Jude Sheriff, in Holland ein Jude (Boas) Kabinetssecretair seien, und Alexander von Humboldt sich für die Emancipation der Juden ausgesprochen habe. Dagegen eiferte aber der Herr Pastor Lorenzen gegen die Juden und" zog auch gegen den Marschall Massena — es versteht sich, nur mit dem Münde — zu Felde, und gewiß bloß darum, weil er glaubte, daß dieser Held ein I u d e gewesen sei, was aber unseres Wissens nicht der-Fall war. Genug, Herr Pastor Lorenzen — der evangelische Gottesmann, und seine ähnlichgesinnten College» siegten, und die Juden im Schleswigschen bleiben frei >—• von allen Militairpflichten.—Ein großer Sieg! — In den „Grenzboten" lesen wir so eben über diesen Gegenstand noch Folgendes: „Bemerkenswerth und eben nicht zum Ruhme der Versammlung ist hierbei (bei den Berathun- " gen über das von der Regierung vorgelegte Wehrpflichtgesetz), daß man mit ziemlich großer Majorität die Juden von der Wehrpflicht ausgeschlossen wissen wollte. Nur die Mitglieder Beseler und Pastor Moritzen sprachen sich mit Wärme für die Aufnahme der Juden aus, und Ersterer bemerkte sehr richtig, daß ein Ausschließen von der Wehrpflicht, die man doch als eine Ehrenpflicht anerkennen müsse, eine Ehrloserklärung involvire, und daß man, was den Schleswigschen Standen wenig zur Ehre gereichen werde, die Juden dadurch zu Parias stemple. Sehr judenfresserisch, trotz Ghilany und Consorten, ivüthete der Pastor Lorenzen von Adelbye, halb Marquis Posa, halb Kalinsky des Herzogs von Augustenburg, und führte unter andern lächerlichen Gründen auch den an, daß die Juden zu feige waren, um Soldaten zu werden. O Du tapferer Pastor Lore'nzen von Adelbye!" (Wie lange noch wird man in manchen Ständeversammlungen solchen Unsinn über Juden hören! Wollen denn solche Herren endlich gar nicht ihre Blicke auf solche Staaten werfen, in denen die Juden seit vielen Jahrzehnten Bürger und auch Soldaten sind! Pfui über solches triviales Zeug! D. H.) Im „Allgemeinen Anzeiger" (in No. 323 vom 25. Nov. 1844) hat schon wieder ein Ungenannter (P.) etwas über