Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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60 MMn sägt : Wie tanze wird es noch dauern, bis mein Schatten da ist? — Fragt man Jemanden: Warum find Sie nicht stüher gekommen? — Weil ich meinen Schatten erwarten mußte! ist die Antwort. Im siebenten Kapitel , Vers 2, des Buches Hiob heißt es daher : „Wie ein Knecht danach schmachtet, daß sein Schatten ankomme" u. s. w. Ein englischer Professor Roy ke hat die Entdeckung gemacht und der Londoner asiatischen Gesellschaft mitgetheilt, daß der Ysop der Bibel dasselbe Gewächs sein muß, welches heute noch in Syrien und Palästina als Kapernstrauch bekannt ist. Der arabische Name dieser Pflanze gleicht dem hebräischen und sie selbst kommt in der Nahe von Jerusalem häufig vor, wächst auf Felsen und Gemäuern und bietet lange holzartige Stengel dar. . „Die Toleranz ist das Kind der Sanstmuth und folglich unserer eigenen Religion. Sie unterhält den rühmlichen Wetteifer der Tugend und der Kirche selbst. Sie ist endlich die fruchtbarste Mutter der Bevölkerung und des Ueberflusses; denn diejenigen Staaten , welche sie sich eigen machen, gehen unauf- Halthnn ihrer Höhe entgegen, und andere, aus denen sie verscheucht wird, sinken."^ (Kaiser Joseph II.) Die „Europa" theilte vor einiger Zeit „Briefe und Skizzen aus Belgien, von einem preußischen Offizier," mit, in welchen auch Interessantes über die Emancipation der Juden vorkommt:„DieJudm sind nämlich hier zu Lande" (i^ gien), heißt esdarin, „völlig emancipirt, und ich habe nirgends gehört, daß dieß irgend zu Uebelständen geführt hätte. Die bei uns als kraß-katholisch und intolerant verschrieenen Belgier haben also schon eine Schranke durchbrochen, welche in Deutschland selbst unsere protestantisch konstitutionellen Staaten bisher noch nicht zu beseitigen vermochten; sie haben das Vorurtheil des sogenannten christlichen Staates überwunden — ein Vorurtheil, in welches bei uns fast noch alle Gelehrten und Ungelehrten, Staatsmänner und Privatpersonen gleichmäßig befangen sind." (Nun folgt eine sehr ausführliche und gründliche Auseinandersetzung und Widerlegung dieses Porurtheils.) r 4fr * *