Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
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56 Braunschweig, 28. Jan. Das von den Ständen genehmigte Gesetz über die Eide der Juden ist bereits unterm 24. Januar ins Land ergangen. Es schreibt für die Juden- Eide die sehr einfache Formel vor: „Bei dem Ewigen, meinem Gotte, schwöre ich ohne Vorbehalt und Ausflucht, in Aufrichtigkeit des Herzens," mit dem Schluffe: „So wahr mir Gott helfe." Von s. g. Schwurzeugen ist hier nicht, wie in dem neuen meiningenschen Gesetze über denselben Gegenstand, die Rede, jedoch soll dem Ermessen des Gerichts überlassen bleiben, ob dasseibe unter -besonders dazu aufforderndey Umständen den Land- Rabbiner oder einen andern jüdischen Religionslehrer zuziehen will , um den Schwörenden Hör Meineid zu verwarnen. Wo sonst die Verweisung auf einen bereits geleisteten Eid, die Versicherung mittels Handgelöbniffes oder an Eidesstätt zulässig ist, genügt solche auch bei Juden und können dieselben überhaupt die Ablegung gemeinrechtlichen Grundsätzen zulässigen Zeugnisses nicht verweigern. (Magdeb. Ztg.) Bei Gelegenheit der Lieferung des Bildnisses Mendizab al's in der Leipziger Allgemeinen Modenzeitung theilt dieselbe eine skizzirte Lebensgeschichte dieses bekannten Staatsmannes mit, aus welcher wir Folgendes entlehnen: „Mendizabal tDon Juan Alvarezy), einer der merkwürdigsten Männer unserer Zeit, der namentlich in den spanischen Wirren der letzten Jahre eine höchst wichtige Rotte gespielt hat, ist um das Jahr 1790 geboren, man weiß aber nicht wo? er selbst sagt in Cadix, Cadix sagt in Gibraltar und Gibraltar weiset diese Ehre von sich. Ebenso weiß Niemand, ob Mendizabal Jude oder Cbrist ist; sein Vater führt den Namen Mendez (den der Sohn eigenmächtig in Mendizabal *) perlan- *) Schon im Jahre 1837 nannte ihn ein Ungenannter in der Berliner Spenerschen Zeitung (Nr. .) in einem Aufsatze, in welchem er sehr schlecht geschildert wird, wie es in solchen Fällen gewöhnlich zu geschehen pflegt, den Jude n — nämlich den Juden M e n d e l v o m Berge (?), und ebenderselbe äußerte schon früher voller Grimm in dieser Zeitung, daß dieser Jude die spanischen Kirchengüter verkaufen ließ, ohne daß man dock auch übrigens noch bis heute etwas Bestimmtes über die Abkunft MendizabalS weiß. — Haben denn aber noch nie selbst christliche Obrigkeiten im Drang der Umstände Kirchensilber zu ihren