Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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•:..33.■...--. ״. einer Comite von vier Männern aus ihrer Mitte auftrug unter dem Vorsitz ihres Geistlichendes Herrn Dr. Hei nemann, eine dem Zeitgeiste und dem Fortschritte passende Gebet- und, Synagogen- Ordnung auszuarbeiten , welche nach einer Arbeit von anderthalb Jahren vollendet, der Gemeinde zur Ansicht öffentlich vorgelegt und bei einer Zusammenkunft-der ganzen Gemeinde im April 1844 einstimmig angenommen wurde, welche Agende ר״ה (Neujahr) 1845 zum ersten Mal in Kraft getreten ist. Predigt und Choralgesang waren schon längst eingeführt, so wie einige veraltete Mißbräuche, die zur Synagogeneinrichtung gehörten, als die Versteigerung t>*r מצות (Mitzwoth) u. bergt. m. abgefchafft. Um Ihnen eine Idee von dem Geiste zu geben, der in ihr vorwaltet, brauche ich Ihnen nur Zusagen, daß, außer für ר״ה (Neujahr) und י״כ (den Bersöhnungstag) alle sogenannte Piutim, so wie die Stetten aus .בגעזכד־ und תלימרד , אקלמדח , überhaupt alles Anstößige und Zeitwidrige aus den Gebeten weggeschafft wurde. Weder Zeit noch Raum erlaubt es mir ausführlicher zu berichten; doch hätte ich bald etwas Wichtiges vergessen, nämlich, daß künftig der Versöhnungs-, tag י״כ statt, wie bis jetzt mit (Kolnidre), mit dem 103ten Psalm eingeleitet wird. Als der Herr Rabbiner •Dr. G d g e r im Mai 1844 in der Synagoge zu Breslau (dort überhaupt zum ersten Male) eine Anzahl jüdischer Mädchen confirmirte, verkündeten es Zeitungen als etwas völlig Neues und Seltenes, und ein Zeitungs- Correspondent meinte sogar, daß diese (übrigens allerdings sehr einflußreiche, lobenswerthe und nöthige) ״Neuerung" weit mehr in daF jüdische Gemeindewesen eingreife, als das Weglassen der Beschneidung. Hierauf erfolgte in der Deutschen Allgemeinen Zeitung über diese Consirmation der jüdischen Mädchen eine ausführliche Berichtigung, daß nämlich solche weder rine Neuerung, noch die in Breslau stattgehabte die erste in unserer Zeit sei und daß vielmehr schon seit mehrern Jahren Knaben und Mädchen zugleich au ־ diesem Akt, dem im Judenthum nichts widerspreche, in vielen jüdischen Gemeinden, als: in Wien, Braunschweig, Bernburg, Dresden und an andern Orten Lbeil nehmen. Wir wollen hier noch hinzufügen, daß in der, in der Berichtigung unerwähnt gebliebenen israelitischen Gemeinde zu Dessau schon seit dem Jahre 1821 (man sehe : Sulamith, 6. Jahrg. 6. Heft S. 394.) die Consirmation der Kinder, zu-